Kleinkind

Harnwegsinfekt beim Baby und Kleinkind

Harnwegsinfekte gehören bei Kindern zu den häufigen bakteriellen Erkrankungen. Bei größeren Kindern brennt es beim Wasserlassen. Bei Babys fällt oft nur hohes Fieber auf. Weil die Nieren kleiner Kinder noch reifen, sollte ein Harnwegsinfekt früh erkannt und behandelt werden.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesinstitut · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine rundliche Harnblase mit zwei zuführenden Leitungen und einem Wassertropfen daneben
Illustration: Mamalotse

Wann du in die Praxis gehst

Geh am selben Tag in die Kinderarztpraxis, wenn dein Kind:

  • als Baby hohes Fieber hat, ohne dass eine Erkältung erkennbar ist;
  • beim Wasserlassen weint oder Schmerzen hat oder ständig muss;
  • trüben, blutigen oder übel riechenden Urin hat;
  • Fieber mit Erbrechen, Bauch- oder Rückenschmerzen hat;
  • schlecht trinkt oder wieder einnässt, obwohl es schon trocken war.

Ein Baby unter drei Monaten mit Fieber gehört immer sofort in ärztliche Hände, siehe Fieber beim Baby. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Bei Babys fällt oft nur hohes Fieber auf, manchmal mit Erbrechen, Durchfall oder schlechtem Trinken.
  2. Urinprobe ist für die Diagnose nötig. Behandelt wird meist mit einem Antibiotikum.
  3. Vorbeugen: genug trinken, bei Mädchen von vorn nach hinten abwischen, Füße und Unterbauch warm halten.

Wie ein Harnwegsinfekt entsteht

Bakterien, meist aus dem Darm, gelangen in die Harnröhre und steigen in die Blase auf. Von dort können sie weiter bis ins Nierenbecken wandern. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen, weil ihre Harnröhre kürzer ist. Kalte Füße und Unterkühlung begünstigen eine Infektion.

Woran du ihn erkennst

  • Babys: Oft ist hohes Fieber das einzige Zeichen, manchmal kommen Durchfall und Erbrechen dazu. Manche Babys trinken schlechter oder reagieren empfindlich auf Berührung.
  • Kleinkinder: Sie können Schmerzen oft nicht benennen. Typisch sind Quengeligkeit, Jucken zwischen den Beinen und sehr häufiges Wasserlassen.
  • Größere Kinder: Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang.
  • Einnässen: Nässt ein Kind, das schon trocken war, plötzlich wieder ein, kann auch ein Harnwegsinfekt dahinterstecken, siehe Trocken werden.

Wenn die Nieren beteiligt sind

Breitet sich die Entzündung bis zum Nierenbecken aus, kommen oft Fieber, Erbrechen, Bauch- und Rückenschmerzen dazu. Der Urin ist dann häufig trüb, manchmal mit Blut. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet, weil ihre Nieren noch reifen. Ein nicht ausreichend behandelter Infekt kann chronisch werden und die Nieren dauerhaft schädigen.

Diagnose und Behandlung

Für die Diagnose braucht die Praxis eine Urinprobe. Frag vorher, wie du sie bei deinem Kind am besten gewinnst. Behandelt wird in der Regel mit einem Antibiotikum, das die Ärztin auswählt – möglichst früh und so lange wie verordnet, auch wenn es deinem Kind schon besser geht.

Viel trinken hilft, die Bakterien auszuspülen: Wasser oder ungesüßter Tee, gestillte Kinder bekommen Muttermilch. Harntreibende Mittel sind bis zum Schulalter nicht geeignet. Hat dein Kind häufiger Harnwegsinfekte, kann ein Ultraschall klären, ob eine angeborene Fehlbildung der Harnwege dahintersteckt.

Was vorbeugt

  • Ausreichend trinken.
  • Bei Mädchen den Po nach dem Stuhlgang von vorn nach hinten abwischen – auch beim Wickeln und Waschen. So gelangen keine Darmkeime in Harnröhre oder Scheide.
  • Füße und Unterbauch warm halten, keine nassen oder kalten Sitzflächen.
  • Stillen senkt das Risiko, auch über das Abstillen hinaus.

Wie du beim Wickeln vorgehst, steht in Wickelplatz sicher einrichten. Bauchschmerzen aus anderen Gründen ordnet Bauchschmerzen beim Kind ein.

Wenn dein Kind tagsüber trocken ist, nachts aber noch einnässt, lies Bettnässen.

Wenn dein Kind auch tagsüber noch einnässt, lies Kind nässt tagsüber ein.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Harnwegsinfekte bei Kindern. Stand: 07.03.2026. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Fieber bei Babys und Kindern. Stand: 04.05.2026. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de