Kleinkind
Scharlach beim Kind: erkennen, behandeln, Kita
Scharlach beginnt plötzlich: Halsschmerzen, Fieber, bei kleinen Kindern oft Bauchweh – und ein, zwei Tage später ein feiner Ausschlag. Ausgelöst wird er von Bakterien, und er lässt sich gut behandeln. 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotika-Behandlung ist dein Kind nicht mehr ansteckend.
- Lesezeit 4 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du in die Praxis gehst
Geh mit deinem Kind zur Kinderärztin, wenn:
- du Scharlach vermutest – bei Verdacht wird immer ärztlich abgeklärt;
- dein Kind nicht ausreichend trinkt oder über zwölf Stunden keinen Urin ausscheidet;
- es sehr schlapp und teilnahmslos wirkt, schwer atmet oder einen steifen Nacken hat;
- es in den Wochen nach dem Scharlach erneut Fieber bekommt, krank wirkt oder über Gelenkschmerzen klagt.
Bei plötzlich sehr hohem Fieber zusammen mit Benommenheit oder einem Kind, das kaum ansprechbar ist, sofort 112. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Bei Verdacht in die Praxis. Ein Schnelltest aus dem Rachenabstrich bringt meist sofort Klarheit.
- Ein verordnetes Antibiotikum nicht vorzeitig absetzen, auch wenn es deinem Kind nach zwei Tagen besser geht.
- Kita erst wieder nach Beginn einer wirksamen Behandlung, wenn die Krankheitszeichen abgeklungen sind – frühestens nach 24 Stunden.
Woran du Scharlach erkennst
Die Beschwerden beginnen meist ein bis drei Tage nach der Ansteckung und kommen plötzlich: Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber mit Schüttelfrost, oft Erbrechen. Kleine Kinder klagen häufig über Bauchschmerzen. Die Mandeln und die Lymphknoten am Hals sind geschwollen.
Am ersten oder zweiten Krankheitstag folgt der typische Ausschlag: viele kleine, dicht stehende Pünktchen, die am Oberkörper beginnen, sich rau anfühlen und nicht jucken. Handflächen und Fußsohlen bleiben frei, die Haut um den Mund wirkt auffällig blass. Die Zunge wird tiefrot – die sogenannte Himbeerzunge. In der zweiten bis vierten Woche schuppt sich die Haut, vor allem an Händen und Füßen.
Wer Scharlach bekommt
Am häufigsten erkranken Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren, jedes Jahr etwa 5 von 1000 Kindern. Auch Kindergartenkinder sind oft betroffen, Säuglinge dagegen meist noch durch Abwehrstoffe der Mutter geschützt. Man kann mehrmals an Scharlach erkranken, weil die Immunität nur gegen das Gift des jeweiligen Bakterienstamms wirkt. Eine Impfung gibt es nicht.
Wie lange dein Kind ansteckend ist
Scharlach wird vor allem über Tröpfchen beim Husten, Sprechen und Niesen und über engen Kontakt übertragen, auch über Hände und Spielzeug. Ohne Behandlung kann ein Kind bis zu drei Wochen ansteckend sein. Mit einer wirksamen Antibiotika-Behandlung endet die Ansteckungsfähigkeit nach 24 Stunden. Regelmäßiges Händewaschen bremst die Ausbreitung in der Familie.
Behandlung
Die Kinderärztin stellt die Diagnose meist anhand der Beschwerden, oft ergänzt durch einen Schnelltest. Ein Antibiotikum lässt die Beschwerden schneller abklingen, verkürzt die Zeit der Ansteckung und beugt seltenen, aber ernsten Folgeerkrankungen vor. Welches Mittel und wie lange, legt die Praxis fest. Wichtig ist, die Einnahme nicht vorzeitig abzubrechen.
Gegen die Halsschmerzen helfen vielen Kindern kühle Getränke und weiche Kost. Wenn Fieber dazukommt, steht in Baby hat Fieber, wann du zusätzlich die Praxis anrufst.
Warum die Nachsorge wichtig ist
Meist verläuft Scharlach mild. Selten kommt es zu eitrigen Entzündungen von Mandeln oder Mittelohr – mehr dazu in Mittelohrentzündung beim Kind. Noch seltener folgt einige Wochen später ein rheumatisches Fieber, das Gelenke, Herz oder Nieren betreffen kann, oder eine Nierenentzündung. Deshalb gilt die Box oben auch für die Zeit nach der Krankheit.
Kita und Geschwister
Scharlach gehört zu den Erkrankungen, bei denen das Infektionsschutzgesetz ein Besuchsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen vorsieht. Du informierst die Kita, wenn dein Kind erkrankt ist. Zurück darf es laut Robert Koch-Institut nach Beginn einer wirksamen Antibiotika-Behandlung, wenn die Symptome abgeklungen sind, frühestens nach 24 Stunden – bei anhaltendem Fieber oder schwerem Krankheitsgefühl erst, wenn auch das vorbei ist. Ohne Antibiotikum ist die Rückkehr frühestens 24 Stunden nach dem Abklingen der Symptome möglich.
Ein schriftliches Attest schreibt das Gesetz nicht vor; manche Einrichtungen verlangen trotzdem eines. Für Geschwister ohne Beschwerden sind keine besonderen Maßnahmen nötig, du solltest aber auf die typischen Anzeichen achten. Was dir zusteht, wenn du dafür zu Hause bleibst, steht in Kind krank: Kinderkrankengeld.
Andere Erkrankungen mit Ausschlag: Borkenflechte und Masern.
Andere Ursachen von Halsschmerzen stehen in Halsschmerzen beim Kind.
Welche Kinderkrankheiten es gibt und bei welchen dein Kind zu Hause bleiben muss, zeigt Kinderkrankheiten im Überblick.
Wenn die Mandeln dick und rot sind, lies Mandelentzündung beim Kind.
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Quellen
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Scharlach und andere Streptococcus-pyogenes-Infektionen. Stand: 01.02.2024. Abgerufen am 16.10.2026. rki.de
- Robert Koch-Institut: Aktualisierung der RKI-Empfehlungen für die Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen gemäß § 34 IfSG. Epidemiologisches Bulletin 1/2023 vom 05.01.2023. Abgerufen am 16.10.2026. edoc.rki.de
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Scharlach. Aktualisiert am 20.09.2023. Abgerufen am 16.10.2026. gesundheitsinformation.de
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de: Scharlach. Abgerufen am 16.10.2026. kinderaerzte-im-netz.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Fieber bei Babys und Kindern. Stand: 04.05.2026. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de