Kleinkind

Borkenflechte beim Kind

Erst ein paar rote Stellen um Mund oder Nase, dann Bläschen und gelbliche Krusten: Borkenflechte ist die häufigste Hautinfektion bei Kindern. Sie ist sehr ansteckend, aber gut behandelbar. Bis zur Behandlung bleibt dein Kind zu Hause.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesinstitut · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine Lupe über einer Hautfläche mit einem kleinen Punkt
Illustration: Mamalotse

Wann du in die Praxis gehst

Lass dein Kind am selben oder nächsten Tag ansehen, wenn:

  • du Bläschen oder gelbliche Krusten um Mund oder Nase entdeckst;
  • sich der Ausschlag rasch ausbreitet oder an mehreren Körperstellen auftritt;
  • dein Kind Fieber hat oder geschwollene Lymphknoten;
  • dein Baby betroffen ist, etwa mit Blasen im Windelbereich;
  • sich die Stellen trotz Behandlung nach einigen Tagen nicht bessern.

Bei einem Kind, das sehr krank wirkt, rufst du sofort an. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Typisch: rote, juckende Stellen mit Bläschen, die aufplatzen und gelbliche Krusten bilden – meist um Mund und Nase.
  2. Sehr ansteckend: Bei Verdacht bleibt dein Kind zu Hause, und du informierst die Kita.
  3. Zurück in die Kita meist 24 Stunden nach Beginn einer Antibiotika-Behandlung.

Was Borkenflechte ist

Borkenflechte, in der Fachsprache Impetigo contagiosa, ist eine Infektion der oberen Hautschichten mit Bakterien – meist Streptokokken oder Staphylokokken. Die Bakterien dringen oft über kleine Verletzungen, Kratzstellen, Ausschläge oder Insektenstiche in die Haut ein. Kinder haben öfter kleine Hautverletzungen und kratzen mehr, deshalb sind sie häufiger betroffen. In Europa wird etwa eines von 50 Kindern pro Jahr deswegen behandelt.

Woran du sie erkennst

  • Ein juckender roter Ausschlag, meist zuerst um Mund und Nase, manchmal an Armen und Beinen.
  • Darauf Bläschen mit klarer oder eitriger Flüssigkeit, die schnell aufplatzen.
  • Danach bilden sich gelbliche Krusten, die ohne Narben abfallen.
  • Selten entstehen größere Blasen am Hals, am Rumpf oder im Windelbereich.

Manchmal kommen Fieber oder geschwollene Lymphknoten dazu. Der Ausschlag zeigt sich zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung.

Wie sie sich überträgt

Borkenflechte ist hochansteckend. Die Bakterien werden über direkten Hautkontakt weitergegeben oder über Dinge, die ein erkranktes Kind angefasst hat – Handtücher, Spielzeug, Kleidung. Ohne Behandlung heilt der Ausschlag oft in etwa drei Wochen ab, manchmal dauert es länger. So lange bleibt dein Kind ansteckend. Eine überstandene Borkenflechte schützt nicht vor einer neuen.

Wie sie behandelt wird

Bei kleinen Stellen werden oft desinfizierende Lösungen oder Salben empfohlen; ihr Nutzen ist allerdings nicht gut belegt. Wirksam sind antibiotikahaltige Salben, die die Praxis verschreibt. Trag sie mit einem Holzspatel oder mit Einmalhandschuhen auf, damit du den Ausschlag nicht direkt berührst.

Bei großflächigem Befall oder wenn mehrere Körperstellen betroffen sind, kann die Ärztin ein Antibiotikum zum Einnehmen verordnen. Halt die Fingernägel deines Kindes kurz – aufgekratzte Bläschen entzünden sich leichter und verbreiten die Bakterien.

Kita: wann wieder hin?

Schon bei Verdacht auf Borkenflechte darf dein Kind die Kita nicht besuchen. Du bist gesetzlich verpflichtet, die Einrichtung zu informieren. Zurück darf es, wenn die Ärztin keine Ansteckungsgefahr mehr sieht. In der Regel ist das 24 Stunden nach Beginn einer Antibiotika-Behandlung der Fall. Ohne Antibiotikum erst, wenn der Ausschlag vollständig abgeheilt ist. Wenn du deswegen zu Hause bleiben musst, hilft Kind krank: Kinderkrankengeld.

So schützt du die Familie

  • Hände waschen mit Seife – oft, besonders vor dem Essen, nach der Toilette und nach dem Eincremen.
  • Den Ausschlag nicht anfassen.
  • Eigene Handtücher für das erkrankte Kind.
  • Unterwäsche, Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad waschen.

Hat dein Kind Neurodermitis, achte besonders auf aufgekratzte Stellen – gereizte Haut ist anfälliger. Juckende Stiche, die sich entzünden, ordnet Insektenstich beim Kind ein.

Raue Knubbel an Händen oder Füßen sind etwas anderes – mehr in Warzen beim Kind.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Borkenflechte (Impetigo). Aktualisiert am 06.09.2023. Abgerufen am 16.10.2026. gesundheitsinformation.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de