Schwangerschaft

Plazentainsuffizienz: Unterversorgung

Die Plazenta versorgt dein Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen. Arbeitet sie nicht ausreichend, wächst das Kind langsamer. Das spürst du meist nicht selbst – es fällt in der Vorsorge auf. Ein Zeichen kannst du aber bemerken: wenn sich dein Kind weniger bewegt.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine Gebärmutter im Schnitt, die Plazenta liegt unten nahe dem Ausgang
Illustration: Mamalotse

Wann du sofort in die Klinik fährst

Melde dich sofort in der Klinik, wenn:

  • sich dein Kind deutlich weniger bewegt als sonst;
  • du blutest oder starke Bauchschmerzen hast;
  • du starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen bekommst.

Bei starker Blutung 112. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Häufigkeit: bei etwa 5 bis 10 von 100 Schwangerschaften wird das Kind nicht ausreichend versorgt.
  2. Fällt meist im Ultraschall auf, weil das Kind kleiner ist als erwartet.
  3. Vorbeugen: rauchfrei, kein Alkohol, Vorerkrankungen behandeln lassen.

Was dabei passiert

Bei einer Plazentainsuffizienz versorgt die Plazenta dein Kind nicht ausreichend. Es wächst langsamer und bekommt eventuell zu wenig Sauerstoff. Das betrifft etwa 5 bis 10 von 100 Schwangerschaften.

  • Langsam entstehend (chronisch): Das Kind wächst langsamer und wird oft mit zu geringem Gewicht geboren.
  • Plötzlich (akut): Die Versorgung bricht stark ein. Das ist ein Notfall – zum Beispiel bei einer vorzeitigen Plazentalösung oder starken Blutung.

Ursachen und Risiken

  • weniger Blutfluss zur Plazenta, etwa bei Plazenta praevia oder Plazentalösung,
  • Veränderungen der Plazentagefäße, etwa durch Entzündungen oder Infektionen wie Röteln,
  • begünstigend: Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Nierenerkrankungen, starkes Über- oder Untergewicht.

Eine Plazentainsuffizienz kann auch Folge einer Präeklampsie sein, siehe Bluthochdruck in der Schwangerschaft.

Woran sie auffällt

Wie gut die Plazenta arbeitet, spürst du in der Regel nicht. Meist fällt eine Unterversorgung bei der Vorsorge auf – etwa wenn dein Kind im Ultraschall kleiner ist als erwartet. Weitere Untersuchungen schauen auf den Herzschlag des Kindes, die Fruchtwassermenge und den Blutfluss, siehe Ultraschall in der Schwangerschaft. Manchmal bemerkst du selbst, dass sich dein Kind weniger bewegt. Dann gilt die Box oben.

Wie es weitergeht

  • Leichte Unterversorgung: Kontrollen per Ultraschall etwa alle zwei Wochen.
  • Zunehmend schlechtere Versorgung: Die Geburt wird eingeleitet oder es wird ein Kaiserschnitt gemacht. Vor der 34. Woche kann ein Medikament die Lungenreife deines Kindes unterstützen.
  • Akute Gefahr: Das Kind wird so schnell wie möglich geboren, meist per Kaiserschnitt.

Besteht bei dir ein hohes Risiko, kann die Ärztin vorbeugend ein Medikament empfehlen, das das Risiko deutlich senken kann. Ob das für dich infrage kommt, besprichst du in der Praxis.

Was du selbst tun kannst

  • Nicht rauchen – auch kein Passivrauch –, keinen Alkohol, keine Drogen, siehe Rauchen in der Schwangerschaft.
  • Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen behandeln lassen.
  • Gesund essen und dich ausreichend bewegen.
  • Vorsorgetermine wahrnehmen.

Kommt dein Kind früher zur Welt, lies Frühchen.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Plazenta-Insuffizienz. Stand: 14.05.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de