Baby
Milchzähne pflegen: ab wann und wie?
Sie fallen doch sowieso aus – diesen Gedanken nennt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einen für das Kind oft folgenschweren Irrtum. Milchzähne brauchen von Anfang an Aufmerksamkeit – aus zwei nachvollziehbaren Gründen.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 20.08.2026
Wann du zahnärztlich abklären lässt
Melde dich in der zahnärztlichen oder kinderärztlichen Praxis, wenn:
- ein Zahn dunkle Stellen, Flecken oder Löcher zeigt;
- das Zahnfleisch stark gerötet ist, blutet oder geschwollen wirkt;
- dein Kind beim Essen offensichtlich Schmerzen hat;
- ein Zahn nach einem Sturz gelockert, verschoben oder abgebrochen ist – dann zeitnah.
Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: der Einstieg
- Mit dem ersten Zahn beginnen. Nicht warten, bis mehrere da sind.
- Zweimal täglich ist der übliche Rhythmus – morgens und vor dem Schlafen.
- Welche Zahnpasta und ob Fluorid: in der kinderärztlichen oder zahnärztlichen Praxis klären. Dazu nennen wir hier bewusst nichts.
Warum Milchzähne zählen
Manche Eltern meinen, die Milchzähne müssten noch nicht so gründlich gepflegt werden wie die bleibenden, weil sie ohnehin ausfallen. Das ist falsch und laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein für das Kind oft folgenschwerer Irrtum.
Zwei Gründe nennt die BZgA konkret:
- Jeder kranke Zahn bereitet Schmerzen – auch ein Milchzahn. Ein Kind mit Zahnschmerzen isst schlechter, schläft schlechter und kann meist nicht sagen, wo es wehtut.
- Milchzähne haben Aufgaben. Sie sind wichtig für die Nahrungsaufnahme, und durch das Kauen wird die Ausbildung des Kiefers gefördert.
Dazu kommt: Die Entwicklung der bleibenden Zähne beginnt nicht erst kurz vor dem Durchbruch, sondern bereits in dem Alter, in dem Babys zu krabbeln beginnen. Es passiert im Kiefer also mehr, als man von außen sieht.
Ab wann geputzt wird
Sobald der erste Zahn da ist. Das ist meist mit sechs bis acht Monaten der Fall – wie die Zähne der Reihe nach kommen, steht in Zahnen.
Wichtiger als perfekte Technik ist am Anfang die Gewöhnung: dass Zähneputzen zum Ablauf gehört wie das Wickeln. Ein Kind, das den Vorgang kennt, wehrt sich später weniger.
Was wir hier nicht nennen
Zu Zahnpasta, Fluorid und Dosierungen findest du hier keine Angaben. Die Empfehlungen dazu haben sich in den letzten Jahren geändert und hängen unter anderem davon ab, ob dein Kind zusätzlich Fluorid bekommt. Das ist eine Frage für die kinderärztliche oder zahnärztliche Praxis – und sie gehört zu den Fragen, die sich in fünf Minuten klären lassen.
Frag ausdrücklich nach, ab wann eine zahnärztliche Untersuchung für dein Kind vorgesehen ist. Diese Termine sind vielen Eltern nicht bekannt.
Wenn es nicht klappt
Zähneputzen gehört zu den Alltagsthemen, an denen sich zuverlässig Machtkämpfe entzünden – besonders in der Trotzphase. Was dort für Konflikte gilt, gilt hier auch: Druck macht es schlimmer, Rituale machen es leichter.
Die Mundgesundheit der Mutter spielt schon vorher eine Rolle: Zähne und Zahnfleisch in der Schwangerschaft.
Wenn du unsicher bist
Deine kinderärztliche Praxis kann einordnen und weiterverweisen. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Wie viel Süßes in Ordnung ist, steht in Süßes für Kleinkinder.
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Quellen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Zahnentwicklung. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de