Baby

Zahnen: Anzeichen und was hilft

Die ersten Milchzähne zeigen sich meist mit sechs bis acht Monaten. Was dabei hilft, ist überschaubar – wichtiger ist zu wissen, welche verbreiteten Hausmittel gefährlich sind.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 20.08.2026
Schematische Darstellung: ein Zahn mit Zahnbürste
Illustration: Mamalotse

Was beim Zahnen nicht dazugehört

Zahnen erklärt nicht alles. Melde dich in der Praxis, wenn:

  • Dein Baby ist jünger als drei Monate und hat 38 Grad Celsius oder mehr.
  • Es wirkt insgesamt sehr schlapp, will nicht trinken oder es treten Hautverfärbungen auf – auch unter 38 Grad.
  • Es ist berührungsempfindlich, schreit schrill oder kommt dir sehr verändert und schwer krank vor.
  • dein Kind hohes Fieber, Durchfall oder Erbrechen hat – das gehört nicht zum Zahnen und wird eigenständig abgeklärt.

Hartnäckig hält sich die Vorstellung, Zahnen verursache Fieber. Nimm Fieber deshalb nicht auf die leichte Schulter, nur weil gerade ein Zahn kommt. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: was du weglassen solltest

  1. Keine Bernsteinketten. Die BZgA rät davon ab – Verschluckungs- und Verletzungsgefahr.
  2. Keine kühlen Lebensmittel zum Kauen geben, aus demselben Grund.
  3. Viel trinken anbieten. Das ist der schlichteste und sinnvollste Punkt.

Wann die Zähne kommen

Die ersten Zähne brechen beim Baby meist mit sechs bis acht Monaten durch. Den Anfang machen in der Regel die beiden unteren, dann die oberen Schneidezähne. Danach folgen die seitlichen Schneidezähne, anschließend die ersten Milchbackenzähne und schließlich die Eckzähne. Vollständig ist das Milchzahngebiss etwa im Alter von zweieinhalb Jahren.

Die Zahnkronen sind übrigens schon bei der Geburt fertig ausgebildet; die Wurzelbildung ist erst mit etwa eineinhalb bis drei Jahren abgeschlossen. Es passiert also lange etwas, bevor man etwas sieht – und Abweichungen von ein paar Monaten sind Alltag, kein Alarmzeichen.

Was helfen kann

Die BZgA nennt Zahngels mit Kamille und Lokalanästhetika, die den Juckreiz senken und kurzfristig lindern können. Ob und welches Präparat für dein Kind infrage kommt, besprichst du in der kinderärztlichen Praxis oder in der Apotheke – wir nennen dazu keine Produkte und keine Mengen.

Wichtig ist außerdem, dass dein Baby viel trinkt. Beim Zahnen wird viel gespuckt und gesabbert, und manche Kinder trinken schlechter.

Was daneben oft hilft und nichts kostet: etwas zum Kauen aus festem Material, das nicht abbrechen kann, kühle Berührung am Kiefer, Nähe und Geduld. Dass ein Kind in diesen Tagen anhänglicher ist und schlechter schläft, ist normal.

Wovon ausdrücklich abgeraten wird

Nicht empfohlen wird die Gabe von kühlen Lebensmitteln zum Kauen und der Einsatz von Bernsteinketten – in beiden Fällen ist die Verschluckungs- und Verletzungsgefahr zu groß.

Bernsteinketten sind in Elternkreisen weit verbreitet und werden viel verkauft. Das ändert nichts an der Einschätzung der Bundeszentrale. Wenn du eine Kette möchtest, dann jedenfalls nicht am Hals und nicht im Schlaf.

Was Zahnen nicht verursacht

Vieles wird dem Zahnen zugeschrieben, was zeitlich zufällig zusammenfällt – die ersten Zähne kommen genau in dem Alter, in dem auch der Nestschutz nachlässt und die ersten Infekte beginnen. Deshalb gilt: Fieber, Durchfall und Erbrechen werden eigenständig eingeordnet, nicht als Begleiterscheinung abgetan. Woran du das festmachst, steht in Baby hat Fieber.

Hohes Fieber gehört nicht zum Zahnen. Wie du es einordnest, steht in Baby hat Fieber, und was bei einem Krampfanfall zu tun ist, in Fieberkrampf.

Ohrenschmerzen gehören nicht zum Zahnen. Was dann dahinterstecken kann, steht in Mittelohrentzündung.

Wenn du unsicher bist

Deine kinderärztliche Praxis ist zuständig. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Wie die ersten Zähne gepflegt werden, steht in Milchzähne pflegen.

Wann es zum ersten Mal zur Zahnärztin geht, steht in Erster Zahnarztbesuch.

Wenn dein Kind nachts mit den Zähnen knirscht, lies Zähneknirschen beim Kind.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Zahnentwicklung. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Fieber bei Babys und Kindern. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de