Kleinkind

Frühförderung: Hilfe bei Entwicklungsfragen

Wenn sich ein Kind langsamer entwickelt oder eine Behinderung hat, kann frühe Unterstützung viel bewirken. Frühförderung verbindet Therapie, Förderung und Beratung – und bezieht die ganze Familie ein. Die Kosten tragen Krankenkasse und Sozialhilfeträger.

Von Danny · Geprüft am 17.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 17.10.2026
Schematische Darstellung: drei gestapelte Bauklötze und ein Ball
Illustration: Mamalotse

Wann du ärztlichen Rat holst

Sprich zeitnah mit der Kinderarztpraxis, wenn dein Kind:

  • Fähigkeiten verliert, die es schon konnte;
  • sich in mehreren Bereichen deutlich langsamer entwickelt als Gleichaltrige;
  • kaum auf Ansprache, Blickkontakt oder Geräusche reagiert.

Du musst nicht bis zur nächsten U-Untersuchung warten. Mehr in Entwicklungsverzögerung.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Für Kinder mit Behinderung oder drohender Behinderung – vom Säuglingsalter bis zur Einschulung.
  2. Der Weg: über die Kinderarztpraxis; Diagnostik auch im Sozialpädiatrischen Zentrum.
  3. Die Kosten übernehmen Krankenkasse und Sozialhilfeträger.

Was Frühförderung ist

Frühförderung ist gezielte Unterstützung für Kinder, deren Entwicklung verzögert ist oder Auffälligkeiten zeigt. Je früher sie beginnt, desto eher lassen sich Folgen mildern oder beheben. Sie ist ganzheitlich angelegt: Medizinische, psychologische, pädagogische und soziale Hilfen greifen ineinander, die Familie wird einbezogen. Rechtsgrundlage ist § 46 SGB IX; die Umsetzung unterscheidet sich je nach Bundesland.

Für wen

Für Kinder, die behindert oder von einer Behinderung bedroht sind, und ihre Familien. Interdisziplinäre Frühförderstellen begleiten vom Säuglingsalter bis zur Einschulung. Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) untersuchen und behandeln bis zum 18. Geburtstag.

So läuft es ab

  1. Diagnostik: meist durch die Kinderarztpraxis, wenn nötig mit Fachärzten oder nach Überweisung im SPZ. Angeschaut werden unter anderem Entwicklung, körperlicher und neurologischer Befund, Verhalten, Gefühle und die Situation der Familie.
  2. Förderplan: Er wird gemeinsam mit dir erstellt und an euren Alltag angepasst.
  3. Förderung: Therapie, pädagogische Förderung und Anleitung für dich. Beteiligt sind etwa Heilpädagogik, Logopädie, Physio- und Ergotherapie und Psychologie.

Die Schwerpunkte richten sich nach dem, was dein Kind braucht: Wahrnehmung, Bewegung, Sprache, Alltagsfähigkeiten, soziale und emotionale Entwicklung.

Wo gefördert wird

  • Ambulant in der Frühförderstelle – dort triffst du auch andere Eltern.
  • Mobil bei euch zu Hause, manchmal auch in der Kita.
  • Im SPZ, meist an eine Kinderklinik angebunden.

Kosten

Verordnet die Kinderarztpraxis die Behandlung, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Daneben kann auch über den Sozialhilfeträger abgerechnet werden.

Eine Stelle finden

In Deutschland gibt es über 1.000 Frühförderstellen und SPZ – auf dem Land oft nur wenige. Erste Anlaufstelle ist die Kinderarztpraxis; auch das Gesundheitsamt hilft weiter. Die Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung (VIFF) und der Kindernetzwerk e. V. haben Verzeichnisse. Wie sich Kinder entwickeln, steht in Bewegungsentwicklung und Sprachentwicklung. Entlastung im Alltag: Frühe Hilfen.

Wenn sich die Frage nach ADHS stellt, hilft Konzentrationsprobleme beim Kind.

Wenn Lesen und Schreiben in der Schule kaum klappen, lies Legasthenie und LRS.

Wenn das Rechnen dauerhaft schwerfällt, hilft Dyskalkulie.

Wie du eine Schulbegleitung beantragst, steht in Schulbegleitung.

Wenn dein Kind besonders ungeschickt wirkt, lies Ungeschicktes Kind.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Frühförderung für Kinder. Stand: 01.07.2026. Abgerufen am 17.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Vater, Mutter, Eltern sein. Stand: 17.05.2026. Abgerufen am 17.10.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de