Kleinkind

Erkältung beim Kind: was hilft

Schnupfen, Husten, Halskratzen – und kaum ist der eine Infekt vorbei, kommt der nächste. Vor allem in den ersten Kita-Jahren erkälten sich Kinder ständig. Das ist normal und trainiert das Immunsystem. Was hilft, was du lassen solltest und wann eine Erkältung mehr ist, steht hier.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Profil mit freien Atemwegen
Illustration: Mamalotse

Wann du in die Praxis gehst

Ruf sofort die 112, wenn dein Kind:

  • schwere Atemnot hat.

Geh am selben Tag in die Kinderarztpraxis, wenn:

  • ein Baby unter drei Monaten hustet oder Fieber hat;
  • dein Kind teilnahmslos ist, nicht trinken kann oder stark hustet und dabei erbricht;
  • plötzlich bellender Husten auftritt;
  • das Fieber länger als drei Tage anhält oder plötzlich hohes Fieber dazukommt;
  • es über Ohrenschmerzen klagt und unter zwei Jahre alt ist, sehr krank wirkt oder die Schmerzen länger als zwei Tage anhalten;
  • ein Hautausschlag dazukommt.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Normal: bis zum Schulalter acht bis zwölf Atemwegsinfekte pro Jahr.
  2. Dauer: meist sieben bis zehn Tage, Husten etwa zwei Wochen.
  3. Keine ätherischen Öle wie Menthol oder Eukalyptus bei Babys und Kleinkindern.

Erkältung oder Grippe?

Eine Erkältung – auch grippaler Infekt genannt – ist eine meist harmlose Entzündung von Nase, Rachen und Bronchien. Sie wird von vielen verschiedenen Viren ausgelöst. Die echte Grippe dagegen beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und starkem Krankheitsgefühl, siehe Grippe beim Kind.

Wie oft und wie lange

Bis zum Schulalter gelten acht bis zwölf Atemwegsinfekte im Jahr als normal. Gerade zu Beginn der Kita-Zeit bringen viele Kinder einen Infekt nach dem anderen mit nach Hause. Eine Erkältung vergeht meist nach sieben bis zehn Tagen, auch ohne Behandlung. Der Husten kann etwa zwei Wochen anhalten. Gegen die Viren selbst gibt es kein Medikament.

Typischer Verlauf

Oft beginnt es mit Kribbeln in der Nase, dann folgen Schnupfen, Niesen und Husten. Häufig kommen Schluckbeschwerden dazu, bei Kindern oft auch Fieber. Die Lymphknoten am Hals können anschwellen.

Was hilft

  • Ruhe und Schlaf. Will dein Kind nicht im Bett bleiben, hilft ein ruhiger Tag.
  • Viel trinken, damit sich der Schleim besser löst – Babys bekommen vor allem Muttermilch oder ihre Milch, ältere Kinder Wasser oder milden Tee.
  • Feuchte Luft, zum Beispiel feuchte Wäsche im Zimmer.
  • Kochsalz-Nasentropfen aus der Apotheke können die Nasenschleimhaut abschwellen lassen. Die Nase vorsichtig mit einem gedrehten Papiertaschentuch säubern.
  • Bei Husten: den Oberkörper leicht erhöht lagern. Warme Getränke tun gut.

Wie du Babys mit Schnupfen hilfst, steht in Schnupfen beim Baby. Mehr zum Husten in Husten beim Kind.

Was du lässt

  • Ätherische Öle wie Menthol oder Eukalyptus sind für Babys und Kleinkinder nicht geeignet. Sie können schwere Nebenwirkungen haben.
  • Honig erst nach dem Babyalter.
  • Hausmittel und Medikamente bei kleinen Kindern vorher mit der Kinderarztpraxis absprechen.

Wenn mehr dahintersteckt

Aus einer Erkältung können sich andere Erkrankungen entwickeln: eine Mittelohrentzündung, eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Bronchitis. Bei Babys kann das RS-Virus die kleinen Atemwege entzünden, siehe RS-Virus beim Baby. Plötzlich bellender Husten spricht für Pseudokrupp. Halsschmerzen mit hohem Fieber und Belägen auf den Mandeln können auf eine bakterielle Mandelentzündung hinweisen, siehe Halsschmerzen beim Kind.

Wann dein Kind zurück in die Kita darf, steht in Kita nach Krankheit. Fieber richtig messen: Fieber messen beim Baby.

Wenn die Infekte seit dem Kita-Start gar nicht mehr aufhören, hilft Kind ständig krank in der Kita.

Wenn ältere Kinder über Kopfschmerzen klagen, hilft Kopfschmerzen beim Kind.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Erkältung und andere Atemwegsinfekte. Stand: 06.05.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de