Baby

Hörtest beim Neugeborenen

Etwa eines von 500 Kindern kommt mit einer Hörstörung zur Welt, die seine Entwicklung beeinträchtigen kann. Je früher sie erkannt wird, desto besser können sich Sprache und Verständigung entwickeln. Deshalb wird in den ersten Lebenstagen ein Hörtest angeboten – schmerzfrei, kostenlos und am besten im Schlaf.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Ohr im Profil mit markiertem Gehörgang
Illustration: Mamalotse

Wann du das Hören abklären lässt

Sprich deine Kinderarztpraxis an, wenn dein Kind:

  • auf laute Geräusche nicht reagiert – etwa nicht zusammenzuckt oder aufwacht;
  • als älteres Baby nicht den Kopf zu Stimmen oder Geräuschen dreht;
  • mit dem Brabbeln aufhört oder die Sprache sich nicht weiterentwickelt;
  • nach einer Ohrenentzündung schlechter zu hören scheint.

Ist der Hörtest nach der Geburt auffällig, nimm den Kontrolltermin zeitnah wahr. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. In den ersten Lebenstagen angeboten – freiwillig, kostenlos, schmerzfrei.
  2. Etwa 1 von 30 bis 40 Kindern hat zunächst ein auffälliges Ergebnis. Die meisten hören trotzdem gut.
  3. Auch später aufmerksam bleiben: Hören kann sich zum Beispiel durch Infektionen verschlechtern.

Warum früh getestet wird

Kinder lernen sprechen, indem sie hören. Eine Hörstörung, die lange unbemerkt bleibt, kann die Entwicklung von Sprache und Verständigung bremsen. Wird sie früh erkannt, kann früh geholfen werden – zum Beispiel mit Hörgeräten. Mehr zur Sprachentwicklung steht in Sprachentwicklung.

Wie der Test abläuft

Es gibt zwei Messverfahren. Sie prüfen, ob das Innenohr funktioniert und ob das Gehirn leise Klickgeräusche verarbeitet. Der Test tut nicht weh und gelingt am besten, wenn dein Baby schläft. Er ist freiwillig und kostenlos.

Gehst du früh nach Hause, sprich ab, wo der Test nachgeholt wird, siehe Ambulante Geburt.

Wenn das Ergebnis auffällig ist

Bei etwa einem von 30 bis 40 Kindern ist der erste Test auffällig, und weitere Untersuchungen sind nötig. Die meisten dieser Kinder haben aber keine Hörstörung. Ein häufiger Grund: Das Baby war während der Messung unruhig. Nimm den Kontrolltermin trotzdem zeitnah wahr, damit eine echte Hörstörung nicht übersehen wird.

Auch später auf das Hören achten

Ein unauffälliger Test nach der Geburt heißt nicht, dass das Hören immer gut bleibt. In der frühen Kindheit kann es zum Beispiel durch Infektionen beeinträchtigt werden, siehe Mittelohrentzündung. Achte im Alltag darauf, ob dein Kind auf Geräusche und Stimmen reagiert. Auch bei den U-Untersuchungen wird das Hören geprüft. Welche Tests sonst in den ersten Tagen angeboten werden, steht in Neugeborenen-Screening.

Wie du die Ohren deines Kindes vor Lärm schützt, steht in Lärm und Kinderohren.

Wenn die S-Laute noch nicht klappen, hilft Kind lispelt.

Woran du merkst, dass dein Kind schlecht hört, steht in Hört mein Kind schlecht?.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Neugeborenen-Hörtest. Stand: 13.06.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de