Kleinkind

Lärm und Kinderohren: Gehörschutz

Quietschende Spielzeuge, Knallfrösche, laute Feste, Feuerwerk: Kinderohren sind empfindlich, und manche Schäden bleiben ein Leben lang. Schon einzelne sehr laute Knalle können das Gehör verletzen. Mit ein paar Regeln schützt du die Ohren deines Kindes.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Ohr im Profil mit markiertem Gehörgang
Illustration: Mamalotse

Wann du das Hören abklären lässt

Geh in die Kinderarztpraxis, wenn dein Kind:

  • nach einem Knall oder lauten Ereignis über Ohrgeräusche, Rauschen oder ein dumpfes Gefühl klagt, das nicht vergeht;
  • auf Ansprache oder Geräusche schlechter reagiert als sonst;
  • Ohrenschmerzen hat.

Mehr zum Hören in Hörtest beim Neugeborenen und Mittelohrentzündung.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Gefährlich laut: Spielzeugpistolen und Knackfrösche erreichen am Ohr 140 bis 170 Dezibel.
  2. Gehörschutz ab Dauerpegeln über 75 Dezibel – Kapselgehörschutz unter 3 Jahren, Stöpsel ab 3.
  3. Musik übers Smartphone: Geräte mit automatischer Lautstärkebegrenzung wählen.

Wie laut zu laut ist

  • 55 Dezibel: nächtlicher Straßenlärm stört den Schlaf und kann auf Dauer der Gesundheit schaden.
  • 80 bis 85 Dezibel Dauerpegel – etwa Stadtautobahn oder laute Disco – können bei langer Einwirkung das Gehör dauerhaft schädigen.
  • 120 bis 130 Dezibel – etwa vor Lautsprechern auf Konzerten – erreichen die Schmerzgrenze und schaden schon in kurzer Zeit.
  • Über 135 Dezibel können schon einzelne Knalle schaden.

Bei 8- bis 14-Jährigen fand eine Umweltstudie bei 12,8 Prozent eine Hörminderung von über 20 Dezibel auf mindestens einem Ohr.

Spielzeug

Impulsgeräusche von Spielzeugpistolen, platzenden Luftballons, Spielzeugtrompeten und Pfeifen sind so kurz, dass man ihre Lautstärke unterschätzt – sie können trotzdem schaden. Eine Spielzeugpistole oder ein Knackfrosch am Ohr erreicht 140 bis 170 Dezibel. Verzichte auf solche Scherzartikel. Spieluhren und Quietschspielzeug sollten auch am Ohr nicht zu laut sein. Für Babys gilt: Geräusche nie direkt ans Ohr, siehe Spielen mit Baby und Sicheres Spielzeug.

Kopfhörer und Smartphones

Tragbare Musikgeräte und Smartphones können Pegel wie in einer Disco erreichen. Wähle Geräte mit automatischer Lautstärkebegrenzung.

Erholung fürs Ohr

Die Sinneszellen im Innenohr brauchen nach einer Überlastung etwa 10 bis 12 Stunden Ruhe. Klingeln, Rauschen oder ein dumpfes Gefühl nach Lärm gehen meist vorüber – häufige Überlastung kann aber zu dauerhaftem Tinnitus oder Hörverlust führen.

Gehörschutz

  • Wann: wenn der Pegel regelmäßig über 75 Dezibel liegt und sich die Lärmquelle nicht vermeiden lässt – etwa auf Festen oder beim Feuerwerk.
  • Unter 3 Jahren: Kapselgehörschutz, aber nicht für Neugeborene. Achte auf CE-Zeichen nach DIN EN 352 und den SNR-Wert – ein SNR von 35 Dezibel senkt 100 Dezibel auf 65.
  • Neugeborene: Es gibt selbstklebenden Gehörschutz.
  • Ab 3 Jahren: Ohrstöpsel – vorsichtig, weil Eltern den Sitz schwer prüfen können.

Wie Kinder sicher durch die Silvesternacht kommen, steht in Silvester mit Kindern.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Lärm. Stand: 09.08.2024. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de