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Hitze und Sommer mit Baby und Kleinkind
Babys und Kleinkinder überhitzen schneller als Erwachsene. An heißen Tagen brauchen sie deshalb Schatten, leichte Kleidung, genug zu trinken und eine kühle Umgebung. Und eine Regel gilt ohne Ausnahme: Kinder bleiben nie allein im Auto.
- Lesezeit 4 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Notfall: Hitzschlag
Ruf sofort die 112, wenn dein Kind bei Hitze:
- heiße, rote Haut hat, die nicht schwitzt, und sich heiß anfühlt;
- teilnahmslos oder kaum ansprechbar ist;
- starke Kopfschmerzen hat und sich erbricht.
Bring es bis dahin in einen kühlen Raum, kühle es mit feuchten Tüchern und biete zu trinken an, wenn es wach ist.
Ruf in der Kinderarztpraxis an, wenn dein Kind:
- viel schwitzt, blass und erschöpft wirkt, trockene Lippen hat oder kaum trinkt;
- deutlich weniger nasse Windeln hat oder Fieber bekommt.
Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Öfter trinken: Gestillte Babys häufiger anlegen, Flaschenkindern öfter die Flasche anbieten.
- Schatten und leichte Kleidung: Babys unter einem Jahr nicht in die direkte Sonne.
- Nie allein im Auto – auch nicht für wenige Minuten. Es besteht Lebensgefahr.
Warum kleine Kinder empfindlicher sind
Babys und Kleinkinder können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regeln wie Erwachsene. Sie schwitzen weniger, verlieren schneller Flüssigkeit und merken selbst nicht, wann es zu viel wird. Deshalb liegt es an dir, für Abkühlung zu sorgen.
Trinken
- Gestillte Babys legst du an heißen Tagen häufiger an. Trink auch selbst mehr.
- Flaschenkinder bekommen ihre Milch öfter angeboten.
- Größere Kinder trinken Wasser oder ungesüßten Tee – kühl, aber nicht eiskalt. Wasserreiches Obst und Gemüse wie Melone, Gurke oder Beeren helfen zusätzlich.
Ab wann dein Baby neben der Milch Wasser bekommt, steht in Kuhmilch und Getränke. Für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren kann bei über 30 Grad die doppelte bis dreifache Trinkmenge nötig sein.
Kleidung und Sonne
Leichte, luftige, nicht eng anliegende Kleidung ist ideal. Drinnen darf dein Kind auch nur eine Windel tragen. Babys unter einem Jahr gehören nicht in die direkte Sonne, Kinder bis vier Jahre sollten die intensive Mittagssonne meiden. Zwischen etwa 10 und 17 Uhr sind wilde Bewegungsspiele draußen keine gute Idee. Wie du die Haut schützt, steht in Sonnenschutz beim Baby.
Ob deinem Kind zu warm ist, fühlst du im Nacken zwischen den Schulterblättern: Die Haut soll warm, aber nicht verschwitzt sein. Mehr dazu in Baby richtig anziehen.
Die Wohnung kühl halten
- Tagsüber Rollläden, Vorhänge oder Jalousien schließen und die Fenster zu lassen.
- Nachts und früh am Morgen lüften.
- Elektrische Geräte ausschalten, die Wärme abgeben.
- Ein Ventilator kühlt nicht, der Luftzug fühlt sich aber kühler an. Stell ihn so auf, dass dein Kind ihn nicht erreicht, und richte ihn nicht direkt auf den Körper.
- Ab etwa 30 Grad verschaffen feuchte Tücher Abkühlung.
Schlafen bei Hitze
Lass dein Kind im kühlsten Raum der Wohnung schlafen. Ein dünner Schlafanzug ohne Füße oder ein kurzärmliger Body reicht. Für Kinder ab zwei Jahren genügt eine dünne Decke oder ein Baumwolllaken. Feuchte Handtücher im Raum können das Zimmer zusätzlich kühlen. Für Babys gelten weiter die Regeln aus Sicherer Babyschlaf.
Im Auto
Lass dein Kind niemals allein im Auto – auch nicht kurz, auch nicht mit geöffnetem Fenster. Ein Auto heizt sich in der Sonne in kurzer Zeit stark auf. Es besteht Lebensgefahr.
Hitzeerschöpfung und Hitzschlag erkennen
- Hitzeerschöpfung: starkes Schwitzen, kühle Haut, gerötetes Gesicht, trockene Lippen. Dein Kind wirkt erschöpft, manchmal mit Kopfschmerzen oder Übelkeit. Bring es in einen kühlen Raum, kühle es und lass es trinken.
- Hitzschlag: hohe Körpertemperatur, heiße, rote Haut, die nicht schwitzt, starke Kopfschmerzen. Das ist lebensbedrohlich – ruf die 112.
- Sonnenstich: Kopf- und Nackenschmerzen und Übelkeit nach Sonne auf dem Kopf. Hol zeitnah ärztlichen Rat.
Kleine Kinder reagieren auf zu viel Hitze auch oft mit Fieber. Wie du Fieber einordnest, steht in Fieber beim Baby. Ob im Planschbecken oder am See – auch im Sommer gilt Badesicherheit für Kleinkinder.
Wenn auf die Hitze ein Gewitter folgt: Gewitter mit Kindern.
Wie ältere Kinder gut durch heiße Tage kommen, steht in Hitze und Kinder.
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Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Tipps und Hinweise zum Hitzeschutz. Veröffentlicht 05.03.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), klima-mensch-gesundheit.de: Empfehlungen bei Hitze – Babys und Kinder. Stand: Juli 2026. Abgerufen am 16.10.2026. klima-mensch-gesundheit.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de