Kleinkind

Ertrinken verhindern: Wasser und Kleinkinder

Ertrinken gehört zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen bei Kindern, und es passiert anders, als viele denken: ohne Rufen, ohne Strampeln, oft in sehr flachem Wasser. Die wichtigste Regel ist deshalb auch die einfachste: Kleine Kinder bleiben am und im Wasser nie unbeaufsichtigt – auch nicht für einen Moment.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde und Fachverband · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Abstrakte Illustration: Wasserlinie über angedeuteten Formen
Illustration: Mamalotse

Im Notfall: sofort handeln

Wenn dein Kind im Wasser war und nicht oder kaum atmet:

  • Hol es sofort aus dem Wasser und lass eine zweite Person die 112 rufen. Bleib bei deinem Kind.
  • Atmet es nicht, beginne sofort mit der Beatmung, bei Herzstillstand zusätzlich mit der Herzdruckmassage.
  • Versuch nicht, Wasser aus Lunge oder Magen zu holen, etwa durch Ausschütteln. Das kostet Zeit und hilft nicht.

Ein Kurs in Erster Hilfe am Kind gibt dir für diesen Fall Sicherheit. Im Zweifel die 112 – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Nie unbeaufsichtigt – nicht in der Badewanne, nicht im Planschbecken, nicht am Teich. Die Aufsicht bleibt in Armreichweite.
  2. Wenige Zentimeter Wasser reichen. Planschbecken nach jedem Baden leeren, Regentonnen fest verschließen.
  3. Schwimmflügel ersetzen keine Aufsicht – und ältere Geschwister auch nicht.

Warum Kinder lautlos ertrinken

Gerät das Gesicht eines kleinen Kindes unter Wasser, verliert es die Orientierung und ist hilflos. Kinder rufen oder schreien in dieser Situation in der Regel nicht, sie gehen leise unter. Schon sehr flaches Wasser von wenigen Zentimetern kann für kleine Kinder gefährlich sein. Deshalb fällt ein Ertrinkungsunfall oft niemandem auf, obwohl Erwachsene in der Nähe sind.

Wo die Gefahr im Alltag liegt

  • Säuglinge: vor allem in der Badewanne. Wenn es klingelt oder das Telefon läutet, nimmst du dein Baby mit oder lässt es klingeln.
  • Kleinkinder: beim Spielen an Gartenteichen, Regentonnen, Bächen und im Planschbecken.
  • Ältere Kinder: beim Schwimmen, wenn sie ihre Fähigkeiten überschätzen.

Wie du das Baden selbst sicher gestaltest und was am Wickelplatz gilt, steht in Wickelplatz sicher einrichten.

Haus und Garten sichern

  • Planschbecken nach jedem Gebrauch vollständig leeren.
  • Regentonnen mit einem festen, abschließbaren Deckel verschließen.
  • Gartenteiche und Becken kindersicher einzäunen oder mit einem Gitter auf der Wasseroberfläche sichern; lass dich dazu fachkundig beraten. Einen neuen Teich legst du am besten erst an, wenn dein Kind größer ist.
  • Pools abdecken und die Leiter entfernen, wenn gerade niemand badet.
  • Bei anderen zu Besuch nach offenen Wasserstellen schauen und dafür sorgen, dass dein Kind nicht unbemerkt hingelangt.
  • Nicht mit Dreirad oder Roller am Teich- oder Beckenrand fahren lassen.

Am See, am Meer, im Schwimmbad

Kleine Kinder brauchen am und im Wasser immer eine erwachsene Aufsicht in Armreichweite. Schwimmflügel und aufblasbares Spielzeug sind keine verlässlichen Schwimmhilfen. Auf Booten und in Wassernähe tragen Kinder eine Schwimmweste. Die Aufsicht über jüngere Kinder im Wasser überträgst du nicht an ältere Geschwister. Und weil Ablenkung das größte Risiko ist: Wer aufpasst, schaut nicht aufs Handy.

Schwimmen lernen

Schwimmen lernen Kinder nach Empfehlung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit ab etwa fünf Jahren, so bald wie möglich. Bis dahin hilft es, sie altersgerecht und immer wieder mit Baderegeln und sicherem Verhalten am Wasser vertraut zu machen. Auch Kinder, die schwimmen können, bleiben beaufsichtigt, bis sie wirklich sicher im Wasser sind.

Wie du die Wohnung insgesamt kindersicher machst, steht in Kinderzimmer sicher einrichten und Stürze vermeiden. Für den Ernstfall gibt ein Kurs in Erster Hilfe am Kind Sicherheit.

Für die ersten Monate mit Babywanne und Badethermometer: Baby baden: wie oft und wie warm?.

Ab wann dein Kind schwimmen lernen sollte, steht in Schwimmen lernen.

Was bei der Babywanne wichtig ist, steht in Babybadewanne.

Was Schwimmflügel können und was nicht, steht in Schwimmflügel und Schwimmhilfen.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.: Unfälle vermeiden – Ertrinken bei Kindern. Stand: 20.06.2024. Abgerufen am 16.10.2026. kindersicherheit.de
  2. Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.: Gartenteich und Regentonne als Gefahr für Kinder. Stand: 20.06.2024. Abgerufen am 16.10.2026. kindersicherheit.de
  3. Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.: Erste Hilfe bei Kindern – Ertrinken. Abgerufen am 16.10.2026. kindersicherheit.de
  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Ertrinkungsunfälle verhüten. Stand: 01.05.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  5. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de