Baby
Stürze vermeiden: die häufigsten Unfälle im ersten Jahr
Jedes Jahr brauchen in Deutschland rund 125.000 Kinder unter fünf Jahren ärztliche Hilfe wegen eines Sturzunfalls. Die gute Nachricht: Die Orte sind bekannt, und fast alle lassen sich entschärfen.
- Lesezeit 4 Minuten
- Geprüft 20.08.2026
Nach einem Sturz
Ein Sturz auf den Kopf gehört angesehen:
- Nach einem Sturz aus der Höhe – etwa vom Wickeltisch – gehört dein Baby ärztlich angesehen.
- Sofort den Rettungsdienst rufen bei Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, Erbrechen, auffälliger Schläfrigkeit, ungleich großen Pupillen oder wenn dein Kind sich nicht beruhigen lässt.
- Auch ohne sichtbare Verletzung gilt: Bei einem Sturz auf den Kopf lieber einmal zu viel anrufen.
Bei Säuglingen ist der Sturz vom Wickeltisch eine der häufigsten Ursachen für Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen, mit denen Kinder ins Krankenhaus kommen. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: die drei häufigsten Fallen
- Wickeltisch. Immer eine Hand am Kind, nie kurz weggehen.
- Sofa, Bett, Autositz auf dem Tisch. Eine Babyschale gehört nie auf eine erhöhte Fläche.
- Treppen und Fenster, sobald dein Kind mobil wird – und das passiert früher, als du planst.
Wie oft das passiert
Über die Hälfte aller Kinderunfälle geht auf Stürze zurück, und das betrifft besonders Säuglinge und Kleinkinder. Rund 125.000 Kinder unter fünf Jahren brauchen in Deutschland jedes Jahr ärztliche Hilfe wegen eines Sturzunfalls.
Diese Zahl ist nicht dazu da, dir Angst zu machen. Sie ist dazu da, eine verbreitete Annahme zu korrigieren: Stürze passieren nicht unaufmerksamen Eltern, sondern in Sekunden, in denen jemand etwas holt.
Die Orte, an denen es passiert
Der Wickeltisch
Der Klassiker im ersten Lebensjahr. Alle Maßnahmen dazu stehen in Wickelplatz sicher einrichten. Die wichtigste ist die einfachste: immer eine Hand am Kind.
Erhöhte Flächen
Sofa, Elternbett, Esstisch. Sobald ein Baby sich dreht – meist zwischen vier und sieben Monaten –, kann es von jeder Fläche fallen, auf der es eben noch sicher lag. Und die erste Drehung kommt ohne Vorwarnung.
Besonders unterschätzt: die Babyschale auf dem Küchentisch oder der Arbeitsplatte. Sie gehört auf den Boden.
Treppen, Fenster, Möbel
Ab dem Krabbelalter verschieben sich die Risiken. Treppen brauchen Gitter oben und unten, Fenster abschließbare Griffe, hohe Möbel eine Befestigung an der Wand. Regale solltest du an der Wand sichern, damit sie nicht kippen, wenn sich ein Kind daran hochzieht.
Was sich lohnt, bevor es losgeht
Der praktischste Zeitpunkt für die Wohnungssicherung ist, bevor dein Kind mobil ist – danach fehlt die Zeit. Ein Rundgang auf Knien durch die Wohnung zeigt erstaunlich viel: Was auf Kinderhöhe erreichbar ist, wird erreicht.
- Möbel kippsicher an der Wand befestigen, keine Spalten.
- Kabel sicher verlegen oder befestigen, Steckdosen sichern.
- Schnüre von Gardinen und Rollos außer Reichweite bringen und befestigen – Strangulationsgefahr.
- Kleinteile und Knopfzellen wegräumen. Kinder unter drei Jahren können daran ersticken.
- Keine Plastiktüten als Aufbewahrung für Spielsachen.
Was nach einem Sturz zählt
Beobachte dein Kind in den Stunden danach: Verhält es sich wie sonst? Trinkt es? Lässt es sich beruhigen? Auffällige Schläfrigkeit, wiederholtes Erbrechen oder ein Kind, das sich gar nicht beruhigen lässt, sind Gründe für einen sofortigen Anruf – unabhängig davon, wie hoch der Sturz war.
Und: Ein Sturz ist kein Versagen. Er passiert in fast jeder Familie einmal. Wichtig ist, was du danach tust, nicht, ob du dir Vorwürfe machst.
Ab wann dein Kind mobil wird und was dann zu sichern ist, steht in Bewegungsentwicklung im ersten Jahr.
Was bei einer Verbrühung sofort zu tun ist – und was nicht –, steht in Verbrühung beim Kind: erste Hilfe.
Wenn du unsicher bist
Die kinderärztliche Praxis ordnet einen Sturz ein, außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei Bewusstlosigkeit, Krampfanfall oder Atemproblemen sofort 112.
Zur Einrichtung: Kinderzimmer sicher einrichten.
Ertrinken gehört zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen bei Kindern – oft in sehr flachem Wasser, siehe Ertrinken verhindern.
Eine häufige Ursache für Treppenstürze sind Lauflernhilfen, siehe Lauflernhilfe: warum davon abgeraten wird.
Was nach einem Sturz zu tun ist: Notfall beim Kind und Zahnunfall beim Kind.
Wenn die Beine abends im Bett wehtun, lies Wachstumsschmerzen.
Woran du nach einem Sturz auf den Kopf eine Gehirnerschütterung erkennst, steht in Gehirnerschütterung beim Kind.
Was du bei Verdacht auf einen Knochenbruch tust, steht in Knochenbruch beim Kind.
Wie ein Treppenschutzgitter sicher angebracht wird, steht in Treppenschutzgitter.
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Quellen
- Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.: Kinderunfälle vermeiden – Sturz vom Wickeltisch. Abgerufen am 20.08.2026. kindersicherheit.de
- Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.: Sicheres Kinderzimmer. Abgerufen am 20.08.2026. kindersicherheit.de
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Sicherheit am Wickelplatz. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Sicherheit beginnt zu Hause. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de