Kindergarten & Schule · 2–10 Jahre

Kind auf den Kopf gefallen: wann ist es eine Gehirnerschütterung?

Kinder fallen häufiger als Erwachsene – vom Klettergerüst, vom Rad, beim Fußball. Meist bleibt es bei einer Beule. Nach einem heftigen Stoß kann aber eine Gehirnerschütterung entstehen, und selten etwas Ernsteres. Diese Zeichen solltest du kennen.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: IQWiG, Gesundheitsportal · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Erste 1–2 Tage Ruhe, wenig Bildschirm
  • Meist in Tagen bis Wochen vorbei
Illustration: Kopf im Profil, schematisch
Illustration: Mamalotse

Sofort die 112

Wähle die 112 oder fahr in die Kinderklinik, wenn dein Kind nach einem Sturz oder Stoß:

  • bewusstlos war – auch nur kurz;
  • mehrmals erbricht, immer schläfriger wird oder schwer zu wecken ist;
  • verwirrt ist, undeutlich spricht, schlecht sieht oder sich ungewohnt verhält;
  • stärker werdende Kopfschmerzen, einen Krampfanfall oder ungleich große Pupillen hat;
  • Blut oder Flüssigkeit aus Ohr oder Nase verliert oder eine stark blutende Kopfwunde hat;
  • sich nicht beruhigen lässt oder nicht mehr essen und trinken will.

Ist dein Kind nicht ansprechbar, atmet aber normal: stabile Seitenlage, bei ihm bleiben, Atmung prüfen. Atmet es nicht normal: sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: direkt nach dem Sturz

  1. Spiel oder Sport sofort beenden.
  2. Genau beobachten: Ist dein Kind wach, klar, wie sonst?
  3. Bei Verdacht ärztlich anschauen lassen – auch wenn es nur leichte Beschwerden hat.

Woran du eine Gehirnerschütterung erkennst

Typisch sind Kopfschmerzen, Schwindel, Gleichgewichtsprobleme, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen. Dazu können Verwirrtheit, verlangsamtes Denken, Gereiztheit, Ängstlichkeit und Schlafprobleme kommen. Die Beschwerden treten sofort oder auch erst Tage später auf, und nicht jedes Kind hat dieselben.

Die ersten Tage

  • Ruhe ist die wichtigste Behandlung, vor allem in den ersten zwei Tagen: viel schlafen, wenig Anstrengung, wenig Reize.
  • Wenig Bildschirm, keine langen Serien oder Filme, keine lauten Veranstaltungen.
  • Nicht allein lassen. Kinder werden oft die ersten 24 Stunden im Krankenhaus beobachtet. Danach sollten sie zu Hause nicht allein sein.
  • Wird es schlechter, zurück in die Klinik.

Gegen Kopfschmerzen oder Übelkeit gibt es Medikamente – welches passt, besprichst du mit der Praxis.

Zurück in Kita, Schule und Sport

Nach ein bis zwei Tagen Ruhe kann dein Kind seine Aktivitäten Schritt für Schritt wieder aufnehmen, auch die Schule. Kommen die Beschwerden zurück, braucht es wieder Pausen. Sport erst nach Rücksprache mit der Praxis. Gib Lehrkraft und Trainerin Bescheid.

Gut zu wissen

Die Beschwerden gehen meist innerhalb von Tagen bis Wochen zurück, und eine Gehirnerschütterung heilt normalerweise ohne bleibende Schäden. Halten die Beschwerden an, geh noch einmal in die Praxis. Wie wiederholte Gehirnerschütterungen auf Dauer wirken, ist nicht geklärt – ein guter Grund für den Fahrradhelm. Mehr dazu in Fahrradfahren lernen.

Was in anderen Notfällen zählt, steht in Notfall beim Kind.

Weiterlesen

Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Gehirnerschütterung. Aktualisiert am 02.09.2026. Abgerufen am 19.10.2026. gesundheitsinformation.de
  2. Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at): Kopfverletzungen bei Kindern – Erste Hilfe. Letzte Aktualisierung: 14.01.2026. Abgerufen am 19.10.2026. gesundheit.gv.at
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de