Kleinkind

Albtraum, Nachtschreck, Schlafwandeln

Dein Kind schreit nachts panisch, ist schweißnass und lässt sich nicht trösten – am Morgen weiß es von nichts. Das ist meist ein Nachtschreck, kein Albtraum. Beides ist häufig und verschwindet in der Regel von selbst. Was hilft, unterscheidet sich aber.

Von Danny · Geprüft am 17.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 17.10.2026
Abstrakte Illustration: eine wirbelnde Linie, die in einen ruhigen Kreis mündet
Illustration: Mamalotse

Wann du ärztlichen Rat holst

Lass es in der Kinderarztpraxis abklären, wenn:

  • dein Kind nachts sehr aggressiv ist oder sich verletzen könnte;
  • es über längere Zeit fast jede Nacht passiert oder dein Kind tagsüber deutlich müde ist;
  • dein Kind regelmäßig schlafwandelt – dann sollte ein Anfallsleiden ausgeschlossen werden.

Wirkt dein Kind bei einem nächtlichen Ereignis krank, hat es Fieber oder einen Krampfanfall, siehe Fieberkrampf. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Nachtschreck: panisches Schreien in den ersten Stunden nach dem Einschlafen, kein Trost möglich, am Morgen keine Erinnerung – abwarten.
  2. Albtraum: Das Kind wacht auf, erinnert sich und sucht Trost – trösten und darüber reden.
  3. Schlafwandeln: behutsam zurück ins Bett führen, Fenster und Türen sichern.

Der Nachtschreck

Dein Kind schreit panisch, weint, ist verschwitzt, atmet schnell. Trost hilft nicht, manchmal wehrt es dich sogar ab. Nach einigen Minuten ist es vorbei, am Morgen erinnert es sich an nichts. Der Nachtschreck (Pavor nocturnus) ist häufig, tritt meist zwischen etwa zwei und sechs Jahren auf und typischerweise in den ersten Stunden nach dem Einschlafen. Mit Albträumen hat er nichts zu tun. Als Ursachen gelten Veranlagung, Fieber und Schlafmangel.

Was du tust: abwarten, bis es vorbei ist, und aufpassen, dass sich dein Kind nicht verletzt. Halte es nicht gewaltsam fest.

Schlaftrunkenheit

Ähnlich, aber milder: Das Kind wirkt wach, ist aber verwirrt und lässt sich kaum beruhigen. Nach bis zu etwa 15 Minuten schläft es wieder ein und erinnert sich später an nichts. Das kommt vor allem bei Babys und Kleinkindern vor. Auch hier: abwarten und für Sicherheit sorgen.

Der Albtraum

Albträume werden als bedrohlich erlebt. Dein Kind wacht auf, erinnert sich oft lebhaft und sucht deine Nähe. Ab etwa drei Jahren erinnern sich Kinder manchmal noch tagelang daran. Auslöser sind häufig belastende Eindrücke vom Tag oder zu viel Fernsehen.

Was du tust:

  • Verständnis zeigen und trösten.
  • Kann dein Kind schon sprechen, darüber reden. Eine Idee aus der Schlaftherapie: die Traumfiguren malen und sich gemeinsam einen guten Ausgang überlegen.
  • Tagsüber für eine ausgeglichene Atmosphäre sorgen, belastende Themen nicht abends besprechen.
  • In der letzten Stunde vor dem Schlafen kein Fernsehen, siehe Kleinkind einschlafen.

Schlafwandeln

Das Kind steht auf und läuft umher, oft zusammen mit Nachtschreck. Eine Veranlagung wird vermutet; Fieber, Stress oder Lärm können es verstärken. Schlafwandeln lässt mit dem Alter meist nach.

  • Dein Kind behutsam zurück ins Bett führen – Schlafwandler wehren sich oft.
  • Am nächsten Tag nicht von den Gefahren der Nacht erzählen, um keine Angst zu machen.
  • Die Wohnung sichern: Fenster, Wohnungs- und Balkontüren verschließen, siehe Unfälle vermeiden.
  • Ein Glöckchen an der Kinderzimmertür zeigt dir, wenn dein Kind unterwegs ist.

Meist geht es von selbst

Diese Aufwachstörungen verschwinden in der Regel nach einiger Zeit von allein. Wenn du merkst, dass sie dich oder die ganze Familie stark belasten, sprich das in der Kinderarztpraxis an.

Wenn dein Kind abends Angst vor Monstern oder Dunkelheit hat, hilft Angst im Dunkeln.

Wenn dein Kind nur mit dir einschlafen kann, lies Kind schläft nicht allein.

Wenn dein Kind nachts umherläuft, lies Schlafwandeln beim Kind.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Albträume, Nachtschreck und Schlafwandeln. Stand: 18.11.2025. Abgerufen am 17.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Einschlaftipps. Stand: 11.10.2025. Abgerufen am 17.10.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de