Schwangerschaft
Scheidenpilz in der Schwangerschaft
Juckreiz, Brennen und weißer, bröckeliger Ausfluss: Ein Scheidenpilz ist lästig, aber für dich und dein Kind meist nicht gefährlich. In der Schwangerschaft kommt er häufiger vor. Behandelt wird er mit Mitteln, die für Schwangere zugelassen sind – am besten nach Rücksprache mit der Praxis.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du in die Praxis gehst
Lass es ärztlich abklären, wenn:
- du zum ersten Mal solche Beschwerden hast;
- der Ausfluss grünlich, gräulich oder übelriechend ist;
- du Fieber oder Unterbauchschmerzen hast;
- die Beschwerden nach einer Behandlung nicht verschwinden oder immer wiederkommen.
Bei wässrigem Ausfluss, der nicht aufhört, kann Fruchtwasser dahinterstecken – dann sofort in die Klinik, siehe Blasensprung. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Häufig: Bei etwa 30 von 100 Schwangeren lässt sich im letzten Drittel ein Scheidenpilz nachweisen.
- Für dich und dein Kind meist nicht gefährlich – bei der Geburt kann er aber auf dein Baby übergehen.
- Behandlung: mit Mitteln, die für Schwangere zugelassen sind. Sprich das vorher mit der Praxis ab.
Warum er in der Schwangerschaft häufiger ist
Hefepilze, meist Candida albicans, gehören zur normalen Besiedlung von Haut und Schleimhaut. Solange sie in Schach gehalten werden, merkst du nichts. Vermehren sie sich stark, entstehen Beschwerden. In der Schwangerschaft trägt der höhere Östrogenspiegel dazu bei. Etwa drei von vier Frauen haben irgendwann im Leben einmal einen Scheidenpilz – Schwangere öfter als andere.
Woran du ihn erkennst
- starker Juckreiz und Brennen an Scheide und Schamlippen,
- weißer, bröckeliger Ausfluss, der kaum riecht,
- eine gerötete Scheide,
- manchmal Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Sex.
Ein Pilz kann auch ganz ohne Beschwerden da sein. Ein Routinetest ist in der Schwangerschaftsvorsorge nicht vorgesehen. Wie du normalen von auffälligem Ausfluss unterscheidest, steht in Ausfluss in der Schwangerschaft.
Ist er gefährlich?
Für dich gilt ein Scheidenpilz nicht als gefährlich, für dein Kind wahrscheinlich auch nicht. Es gibt einzelne Hinweise, dass er eine Frühgeburt begünstigen könnte – belegt ist das nicht. Bei der Geburt kann der Pilz aber auf dein Baby übergehen. Es hat dann ein höheres Risiko für einen Mundpilz (Soor) oder einen Pilz im Windelbereich, siehe Mundsoor beim Baby und Wunder Po beim Baby.
Wie behandelt wird
Behandelt wird mit Mitteln gegen Pilze, die für Schwangere zugelassen sind – meist als Creme oder Zäpfchen für die Scheide, über mehrere Tage. Welches Mittel passt, besprichst du mit deiner Frauenärztin. Nimm in der Schwangerschaft nichts ohne Rücksprache, auch keine pflanzlichen Mittel.
Ob ein Pilz ohne Beschwerden behandelt werden soll, sehen Fachleute unterschiedlich. Manche raten, jede Besiedlung in der Schwangerschaft zu behandeln, andere nur bei Beschwerden. Gerade gegen Ende der Schwangerschaft lohnt es sich, das mit der Praxis zu besprechen, damit dein Baby bei der Geburt geschützt ist.
Was vorbeugt
Eine Maßnahme, die in Studien zuverlässig vorbeugt, gibt es bisher nicht. Ob Milchsäurebakterien helfen, ist nicht sicher – frag deine Praxis, bevor du so etwas anwendest.
Brennt es vor allem beim Wasserlassen und musst du ständig zur Toilette, kann auch eine Harnwegsinfektion dahinterstecken, siehe Blasenentzündung in der Schwangerschaft.
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Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Scheidenpilz. Stand: 16.05.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Pilzinfektion der Vagina (Scheidenpilz). Abgerufen am 16.10.2026. gesundheitsinformation.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de