Schwangerschaft
Blasenentzündung in der Schwangerschaft
Ständiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen: Eine Blasenentzündung ist unangenehm – und in der Schwangerschaft kein Fall für Abwarten. Weil sie bis zu den Nieren aufsteigen kann, wird sie fast immer behandelt. Gut zu wissen, woran du sie erkennst und was vorbeugt.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du dich meldest
Geh am selben Tag in die Praxis oder Klinik, wenn du:
- Fieber oder Schüttelfrost hast;
- Schmerzen in der Nierengegend spürst, also seitlich im Rücken;
- dich krank und schlapp fühlst;
- zusätzlich Wehen, einen harten Bauch oder Blutungen bemerkst.
Ruf in den nächsten Tagen in der Praxis an, wenn du
- Brennen beim Wasserlassen, ständigen Harndrang oder Blut im Urin hast.
Nimm keine Mittel ohne Rücksprache. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Typisch: ständiger Harndrang, Brennen, kleine Urinmengen, manchmal rötlicher Urin.
- Wird fast immer behandelt – mit einem Antibiotikum, das für Schwangere geeignet ist.
- Vorbeugen: viel trinken, regelmäßig zur Toilette, nach dem Sex Wasser lassen.
Warum Schwangere anfälliger sind
In der Schwangerschaft ist der Urin dünner und enthält weniger Stoffe, die Bakterien abwehren. Dadurch können sich Bakterien in den Harnwegen leichter ansiedeln. Etwa 1 bis 2 von 100 Schwangeren haben eine Blasenentzündung mit Beschwerden. Bei weiteren 4 bis 7 von 100 finden sich Bakterien im Urin, ohne dass sie etwas merken.
Woran du sie erkennst
- ständiger Drang, Wasser zu lassen,
- brennende Schmerzen beim Wasserlassen, oft mit nur kleinen Mengen,
- Blut im Urin, der dann rötlich aussehen kann,
- häufig Unterbauchschmerzen, auch unabhängig vom Wasserlassen.
Häufiger Harndrang allein ist in der Schwangerschaft normal, weil die wachsende Gebärmutter auf die Blase drückt. Kommen Brennen oder Schmerzen dazu, lass es abklären.
Warum nicht abgewartet wird
Eine Blasenentzündung kann zu den Nieren aufsteigen. Eine Nierenbeckenentzündung macht meist hohes Fieber und Schmerzen in der Nierengegend. Sie erhöht das Risiko für eine Frühgeburt um etwa 3 Prozentpunkte. Ob schon eine Blasenentzündung das Risiko für Frühgeburt, ein niedriges Geburtsgewicht oder eine Präeklampsie erhöht, ist nicht sicher.
Deshalb bekommen Schwangere mit einer Blasenentzündung fast immer ein Antibiotikum, das in der Schwangerschaft geeignet ist. Welches, entscheidet die Ärztin. Auch Bakterien im Urin ohne Beschwerden werden behandelt, damit sie nicht zu den Nieren aufsteigen.
Urin bei der Vorsorge
Dein Urin wird bei der Vorsorge regelmäßig untersucht. Eine genauere Untersuchung auf Bakterien ist laut Mutterschafts-Richtlinien vorgesehen, wenn es einen Anlass gibt – etwa bei Beschwerden, wiederholten Harnwegsinfekten oder einer früheren Frühgeburt. Hattest du schon öfter Blasenentzündungen, sag das deiner Praxis.
Was vorbeugt
- Viel trinken und die Blase regelmäßig leeren – das spült die Harnwege.
- Nach dem Sex Wasser lassen, weil dabei Bakterien in die Harnröhre gelangen können.
- Bei immer wiederkehrenden Entzündungen kann die Ärztin vorbeugende Maßnahmen besprechen.
Ist dein Ausfluss verändert oder juckt es, kann auch eine Infektion der Scheide dahinterstecken, siehe Scheidenpilz in der Schwangerschaft. Nach der Geburt ist ungewollter Urinverlust ein eigenes Thema, siehe Blasenschwäche nach der Geburt.
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Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Blasenentzündung. Stand: 05.05.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Mutterschafts-Richtlinien, Fassung vom 21.09.2023, in Kraft seit 19.12.2023. Abgerufen am 16.10.2026. g-ba.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de