Schwangerschaft

Ausfluss in der Schwangerschaft

Mehr Ausfluss als sonst gehört zur Schwangerschaft und gilt als unbedenklich. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern ob er sich verändert.

Von Danny · Geprüft am 15.10.2026 · Quellen: Behörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 15.10.2026
Line-Art: ein einzelner Tropfen in konzentrischen Kreisen, bewusst abstrakt
Illustration: Mamalotse

Wann du nicht wartest

Sofort anrufen – bei Hebamme, Praxis oder Klinik – wenn:

  • der Ausfluss sehr wässrig ist und ständig tropft. Das kann Fruchtwasser sein;
  • du blutest;
  • du Fieber hast oder dich krank fühlst.

Zeitnah abklären lassen bei:

  • grünlicher oder gräulicher Farbe;
  • klumpigem oder krümeligem Ausfluss;
  • unangenehmem Geruch;
  • zusätzlichem Juckreiz, Brennen, Rötung oder Schmerzen.

Im Kreißsaal darfst du rund um die Uhr anrufen. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Mehr Ausfluss ist normal und gilt als unbedenklich.
  2. Gesunder Ausfluss ist weiß, klar oder leicht gelblich und riecht nicht oder leicht säuerlich.
  3. Wässrig und ständig tropfend ist etwas anderes – das gehört sofort abgeklärt.

Warum es mehr wird

In der Schwangerschaft wird vermehrt Östrogen gebildet. Die Schleimhaut der Scheide ist stärker durchblutet, und die Scheidenflora verändert sich: Milchsäurebakterien wachsen besser, die Scheide wird feuchter. Das ist eine normale Anpassung, kein Zeichen für ein Problem.

Was normal aussieht

Gesunder Ausfluss ist weiß, klar oder leicht gelblich. Er riecht nicht oder leicht säuerlich. Zur Menge gibt es keine Vorgabe – sie ist von Frau zu Frau verschieden, und auch bei dir kann sie schwanken.

Was auffällig ist

Auffällig wird es bei grünlicher oder gräulicher Farbe, bei klumpiger oder krümeliger Beschaffenheit, bei unangenehmem Geruch oder wenn Juckreiz, Brennen, Rötung oder Schmerzen dazukommen. Häufig steckt eine Scheidenpilzinfektion dahinter – unangenehm, in der Schwangerschaft aber nicht gefährlich.

Der eine Fall, der eilt

Ein sehr wässriger, ständig tropfender Ausfluss kann Fruchtwasser sein. Dann gehst du nicht ins Internet, sondern rufst an: bei Hebamme, Praxis oder Klinik. Woran du einen Blasensprung erkennst und was dann passiert, steht in Blasensprung: was tun?.

Warum Infektionen abgeklärt gehören

Manche Entzündungen in der Scheide können vorzeitige Wehen oder einen vorzeitigen Blasensprung auslösen und damit zu einer Frühgeburt führen. Rechtzeitig behandelt lässt sich das vermeiden. Genau deshalb lohnt der Anruf bei verändertem Ausfluss, auch wenn es dir sonst gut geht.

Woran du vorzeitige Wehen erkennst, steht in Vorzeitige Wehen.

Was im Alltag hilft

  • Keine übertriebene Intimhygiene – sie schädigt die empfindliche Schleimhaut. Zum Reinigen genügt klares Wasser.
  • Wenn es doch eine Waschlotion sein soll, dann ein mildes Spezialprodukt, nur äußerlich und nicht in der Scheide.
  • Slipeinlagen aus Baumwolle: dünn, luftdurchlässig, parfümfrei.

Präparate mit Milchsäurebakterien sind in der Schwangerschaft möglich. Wie lange und wie oft, besprichst du in deiner Praxis – dazu findest du hier bewusst keine Angaben.

Was nicht hilft

Alles, was die Scheide von innen „reinigen“ soll, ist keine gute Idee: Es stört genau die Flora, die dort schützt. Wenn etwas nicht stimmt, ist die Untersuchung der kürzere Weg als der Versuch, es selbst zu behandeln.

Wenn du unsicher bist

Ein Abstrich dauert wenige Minuten und schafft Klarheit. Deine Hebamme kann das Thema ebenfalls einordnen. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Mehr zu zwei häufigen Ursachen von Beschwerden: Scheidenpilz und Blasenentzündung in der Schwangerschaft.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Beschwerden in der Schwangerschaft – Ausfluss. Stand: 19.06.2024. Abgerufen am 15.10.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Krankheiten und Infektionen in der Schwangerschaft – Scheidenpilz. Abgerufen am 15.10.2026. familienplanung.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 15.10.2026. 116117.de