Baby
Mundsoor beim Baby: weiße Beläge im Mund
Weiße Flecken auf Zunge und Wangen, und dein Baby mag plötzlich nicht mehr richtig trinken: Dahinter steckt oft Mundsoor, eine Pilzinfektion, die im ersten Lebensjahr häufig vorkommt. Sie ist gut behandelbar – vorausgesetzt, sie wird erkannt. Der wichtigste Test: Milchreste lassen sich abwischen, Soor nicht.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du in die Praxis gehst
Bei Verdacht auf Mundsoor gehst du zeitnah zur Kinderärztin. Nicht warten solltest du, wenn:
- dein Baby kaum noch trinkt oder deutlich weniger nasse Windeln hat;
- es jünger als drei Monate ist und 38 Grad Celsius oder mehr hat;
- es sehr schlapp wirkt oder über zwölf Stunden keinen Urin ausscheidet.
Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei einem schlaffen, kaum ansprechbaren Kind sofort 112. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Wischtest: Milchreste lassen sich leicht abwischen. Soor-Beläge haften, darunter ist die Schleimhaut gerötet und kann bluten.
- Ab in die Praxis: Mundsoor wird ärztlich behandelt. Wenn du stillst, wird deine Brust mitbehandelt.
- Sauger, Schnuller und Beißringe gründlich reinigen und auskochen; einen heruntergefallenen Schnuller abwaschen, nie ablecken.
Was Mundsoor ist
Mundsoor ist eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans. Babys sind besonders anfällig, weil ihre Mundschleimhaut noch nicht ausreichend mit schützenden Keimen besiedelt ist. Im ersten Lebensjahr ist er deshalb nicht ungewöhnlich, manchmal auch noch im zweiten.
Übertragen wird der Pilz zum Beispiel bei der Geburt, beim Stillen, über Hände oder über Gegenstände wie Sauger, Schnuller und Beißringe – auch dann, wenn Erwachsene einen heruntergefallenen Schnuller ablecken.
Woran du ihn erkennst
- weißlich-graue, oft krümelige Beläge auf Zunge, Wangeninnenseiten, Gaumen, Zahnfleisch oder Lippen;
- die Beläge lassen sich schwer abwischen, darunter ist die Schleimhaut entzündet und kann bluten;
- dein Baby trinkt ungern oder schlecht, manchmal kommt leichtes Fieber dazu.
Häufig tritt gleichzeitig ein Windelsoor auf, weil der Pilz in warmen, feuchten Hautfalten gut wächst. Was dann hilft, steht in Wunder Po beim Baby.
Behandlung
Mundsoor wird kinderärztlich behandelt, in der Regel mit einem Mittel gegen Pilze als Gel oder Lösung. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Beläge meist nach acht bis zehn Tagen verschwunden. Welches Mittel und wie lange, legt die Praxis fest. Achte in dieser Zeit darauf, dass dein Baby ausreichend trinkt. Kamillentee ist nach Angaben der Kinder- und Jugendärzte keine gute Idee: Er steht im Verdacht, Mundsoor zu fördern.
Wenn du stillst
Soor kann sich zwischen der Brust und dem Mund deines Babys hin und her übertragen. Deshalb werden deine Brustwarzen mitbehandelt. Stillen ist trotz Mundsoor nicht verboten; besprich das Vorgehen mit der Kinderärztin oder deiner Hebamme. Wenn das Stillen schmerzt, hilft Wunde Brustwarzen bei der Einordnung.
Hygiene im Alltag
- Sauger, Schnuller, Beißringe und Stillhütchen täglich gründlich reinigen und auskochen, solange die Infektion besteht.
- Einen heruntergefallenen Schnuller abwaschen, nicht ablecken.
- Hände vor und nach dem Füttern und Wickeln gründlich waschen.
Wie du Flaschen und Sauger grundsätzlich reinigst, steht in Fläschchen zubereiten.
Bei älteren Kindern
Nach dem ersten Lebensjahr tritt Mundsoor meist nur noch auf, wenn die Abwehr geschwächt ist, etwa nach längerer Einnahme von Antibiotika oder Kortison. Dann gehört er ebenfalls in die Praxis.
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Quellen
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de: Mundsoor. Letzte Aktualisierung: 14.02.2014. Abgerufen am 16.10.2026. kinderaerzte-im-netz.de
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de: Mundsoor – häufige Pilzinfektion bei Babys. Meldung vom 10.01.2007. Abgerufen am 16.10.2026. kinderaerzte-im-netz.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Probleme beim Stillen. Stand: 30.11.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Fieber bei Babys und Kindern. Stand: 04.05.2026. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de