Schwangerschaft

Listeriose in der Schwangerschaft

Listeriose ist sehr selten – in Deutschland wurden 2022 nur 21 Schwangere mit einer Infektion gemeldet. Für das ungeborene Kind kann sie aber gefährlich sein. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Regeln beim Essen kannst du das Risiko stark senken.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Salzstreuer neben einem Fisch
Illustration: Mamalotse

Wann du deine Praxis anrufst

Melde dich zeitnah in der Frauenarztpraxis, wenn du:

  • Fieber oder grippeähnliche Beschwerden wie Muskelschmerzen bekommst;
  • Durchfall hast – vor allem, wenn du kurz vorher rohe tierische Lebensmittel gegessen hast.

Fahr sofort in die Klinik, wenn

  • du Wehen vor der 37. Woche, Blutungen oder Fruchtwasserabgang hast oder sich dein Kind deutlich weniger bewegt.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Sehr selten, aber für das Ungeborene ernst: Die Bakterien können über die Plazenta zum Kind gelangen.
  2. Meiden: rohes Hackfleisch, Rohwurst, Räucher- und Graved-Fisch, abgepackter Schnittsalat, Rohmilch-Weichkäse.
  3. Behandelbar mit Antibiotika über mehrere Wochen.

Was Listerien sind

Listerien sind Bakterien, die vor allem in rohen tierischen Lebensmitteln vorkommen können. Belastete Lebensmittel sehen und riechen meist ganz normal. Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Ansteckung meist ohne Beschwerden oder mild mit leichtem Fieber, Muskelschmerzen oder Durchfall. Auch Schwangere haben oft nur grippeähnliche Beschwerden oder gar keine.

Warum Schwangere aufpassen

Listerien können über die Plazenta zum ungeborenen Kind gelangen oder es bei der Geburt anstecken. Eine Infektion in der Schwangerschaft kann zu einer Frühgeburt oder Totgeburt führen. Angesteckte Neugeborene können schwer erkranken – in der ersten Woche typischerweise mit Atemproblemen, Blutvergiftung und Hautveränderungen, in der zweiten Woche oft mit einer Hirnhautentzündung. Am häufigsten stecken sich Schwangere im letzten Drittel an.

Diese Lebensmittel meidest du

  • rohes Hackfleisch wie Mett oder Hackepeter und Rohwurst wie bestimmte Salamisorten,
  • roher, geräucherter und gebeizter Fisch,
  • vorgeschnittene, abgepackte Blattsalate,
  • Weichkäse aus Rohmilch,
  • möglicherweise auch Sauermilchkäse wie Harzer – selbst aus pasteurisierter Milch.

Eine ausführliche Liste stellt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung kostenlos zur Verfügung. Mehr zu Käse und Co. steht in Käse in der Schwangerschaft, Sushi in der Schwangerschaft und Was darf ich in der Schwangerschaft nicht essen?.

Wie behandelt wird

Eine Listeriose in der Schwangerschaft wird mit Antibiotika über mehrere Wochen behandelt. Auch angesteckte Neugeborene bekommen Antibiotika. Deshalb ist es wichtig, Fieber und grippeähnliche Beschwerden in der Schwangerschaft ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen.

Ähnliche Infektionen

Auch Toxoplasmose kann über rohes Fleisch übertragen werden, siehe Toxoplasmose in der Schwangerschaft.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Listeriose. Stand: 21.08.2024. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de