Schwangerschaft

Starkes Schwangerschaftserbrechen

Übelkeit am Anfang der Schwangerschaft kennen viele. Bei manchen Frauen ist sie aber so stark, dass sie kaum noch etwas essen oder trinken können und deutlich abnehmen. Dann spricht man von starkem Schwangerschaftserbrechen, Hyperemesis gravidarum. Das ist keine Empfindlichkeit, sondern eine Erkrankung – und sie muss behandelt werden.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Glas mit einem kleinen Löffel daneben und einzelnen Tropfen
Illustration: Mamalotse

Wann du ärztliche Hilfe brauchst

Geh zur Frauenärztin oder in die Klinik, wenn du:

  • dich mehr als fünfmal am Tag übergibst;
  • deutlich abnimmst – mehr als 5 Prozent deines Gewichts;
  • kaum noch etwas trinken oder bei dir behalten kannst;
  • dich sehr schwach oder schwindelig fühlst oder deine Haut oder Augen gelblich werden.

Wenn dich die Erkrankung psychisch sehr belastet oder du keinen Ausweg siehst: Rund um die Uhr erreichst du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Definition: mehr als fünfmal Erbrechen am Tag und mehr als 5 Prozent Gewichtsverlust.
  2. Betrifft bis zu 2 von 100 Schwangeren – vorbeugen lässt es sich nicht.
  3. Muss behandelt werden: mit Medikamenten, bei Bedarf in der Klinik mit Infusionen.

Mehr als normale Übelkeit

Übelkeit und Erbrechen sind am Anfang der Schwangerschaft häufig und lassen meist bis etwa zur 20. Woche von allein nach, siehe Übelkeit in der Schwangerschaft. Beim starken Schwangerschaftserbrechen ist die Übelkeit dagegen dauerhaft. Betroffene erbrechen mehr als fünfmal am Tag, verlieren mehr als 5 Prozent ihres Körpergewichts und können kaum essen oder trinken. Der Alltag ist stark eingeschränkt. Bis zu 2 von 100 Schwangeren sind betroffen.

Warum es behandelt werden muss

Durch das häufige Erbrechen verliert der Körper Flüssigkeit und Salze – es droht Austrocknung. Der Stoffwechsel kann in eine Art Hungermodus schalten, der Blutdruck kann stark sinken. Ist die Leber betroffen, kann eine Gelbsucht entstehen.

Woher es kommt

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gibt es eine erbliche Veranlagung. Als Auslöser gilt vor allem das Hormon GDF15, das in der Plazenta gebildet wird. Auch andere Schwangerschaftshormone stehen im Verdacht – das könnte erklären, warum Frauen mit Zwillingen häufiger betroffen sind. Vorbeugen lässt sich starkes Schwangerschaftserbrechen nicht. Du hast nichts falsch gemacht.

Wie behandelt wird

  • In leichteren Fällen: die Ernährung anpassen, unangenehme Gerüche meiden, Stress reduzieren. Auch Medikamente können helfen.
  • In schweren Fällen sind fast immer Medikamente nötig. Welche, entscheidet deine Ärztin.
  • Ist der Stoffwechsel gestört, geht es ins Krankenhaus. Dort werden Flüssigkeit und Salze über Infusionen ersetzt, manchmal auch Vitamine.

Nimm keine Mittel aus der Werbung auf eigene Faust, sondern sprich mit deiner Praxis.

Die seelische Belastung

Wochenlang krank zu sein, kann sehr zermürben – manche Frauen erleben ihre Schwangerschaft dann als große Last. Das ist verständlich. Sprich darüber, mit deiner Ärztin, deiner Hebamme oder einer Schwangerschaftsberatungsstelle. Hält eine gedrückte Stimmung an, lies Depression in der Schwangerschaft. Ob du krankgeschrieben wirst oder ein Beschäftigungsverbot infrage kommt, klärst du mit deiner Ärztin, siehe Beschäftigungsverbot. Hilfe im Haushalt kann die Krankenkasse übernehmen, siehe Haushaltshilfe.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Starkes Schwangerschaftserbrechen. Stand: 07.01.2026. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. TelefonSeelsorge Deutschland: Kontakt. Abgerufen am 16.10.2026. telefonseelsorge.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de