Schulkind · 6–12 Jahre

Gaming im Grundschulalter: was Eltern wissen sollten

Minecraft, Roblox, Brawl Stars – auf dem Schulhof wird über nichts so viel geredet wie über Spiele. Gaming kann Spaß machen, verbinden und kreativ sein. Damit es so bleibt, helfen klare Absprachen zu Spielen, Zeiten, Geld und Kontakten.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • USK-Kennzeichen Orientierung, keine Empfehlung
  • Abhängigkeit Diagnose erst nach etwa 12 Monaten
Illustration: Funkwellen, schematisch
Illustration: Mamalotse

Schnell-Check

  1. Spiel vorher anschauen: Altersfreigabe, Chat, Käufe im Spiel.
  2. Zeiten vereinbaren – passend zur Bildschirmzeit insgesamt.
  3. Käufe sperren oder nur mit deiner Zustimmung erlauben.

Welche Spiele passen?

Spiele, die im Handel verkauft werden, tragen in Deutschland ein Alterskennzeichen der USK. Es sagt, ab welchem Alter ein Spiel unbedenklich ist – nicht, ob es pädagogisch empfehlenswert oder für jedes Kind geeignet ist. Manche beliebten Spiele wie Roblox haben kein USK-Prüfverfahren durchlaufen. Dann lohnt es sich besonders, selbst hineinzuschauen. Mehr dazu in Altersfreigaben FSK und USK.

Kostenfallen

Viele Spiele sind kostenlos zu laden, verdienen aber an Käufen im Spiel: Münzen, Skins, Schatzkisten. Manche Belohnungssysteme sind gezielt darauf ausgelegt, zum Geldausgeben zu verleiten, und erinnern an Glücksspiel. Schalte In-App-Käufe in den Einstellungen des Geräts oder Stores aus oder lass sie nur mit Passwort zu. Ein fester Betrag vom Taschengeld kann helfen, den Umgang mit Geld zu lernen.

Chats und Kontakte

In vielen Spielen kann man mit Fremden schreiben oder sprechen. Stelle Chats so ein, dass nur Freunde dein Kind kontaktieren können, oder schalte sie ab. Sprich mit deinem Kind darüber, dass sich hinter einem freundlichen Mitspieler auch ein Erwachsener mit schlechten Absichten verstecken kann – mehr in Cybergrooming.

Wann wird Spielen zum Problem?

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt eine Computerspielstörung mit drei Merkmalen:

  • Kontrollverlust darüber, wie lange und wie oft gespielt wird,
  • das Spielen wird wichtiger als andere Interessen und Aufgaben,
  • es wird weitergespielt, obwohl es deutliche negative Folgen hat.

Für eine Diagnose müssen diese Anzeichen in der Regel über zwölf Monate bestehen. Viel spielen allein ist noch keine Sucht. Entscheidend ist, ob dein Kind seinen Alltag schafft – Schule, Freunde, Schlaf, andere Hobbys – und ob es noch Freude am Spielen hat oder darunter leidet.

Gute Absprachen

  • Mitspielen oder zuschauen: So verstehst du, was dein Kind fasziniert.
  • Ende ankündigen: Viele Spiele lassen sich nicht jederzeit unterbrechen. Vereinbart lieber „noch diese Runde“ als eine Minutenzahl mitten im Level.
  • Feste spielfreie Zeiten: beim Essen, vor dem Schlafen, bei den Hausaufgaben.
  • Gemeinsame Regeln aufschreiben und nach einiger Zeit überprüfen.

Gut zu wissen

Wenn es zu Hause ständig Streit ums Spielen gibt oder du dir Sorgen machst, hilft die Erziehungsberatung – auch online bei der bke-Elternberatung. Bei Verdacht auf Abhängigkeit ist die Kinderarztpraxis eine erste Anlaufstelle.

Wenn dein Kind kifft, lies Mein Kind kifft.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Elternratgeber Games. 25.03.2025. Abgerufen am 19.10.2026. bpb.de
  2. Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Matthias Engel, Exzessives Spielen und Abhängigkeit. 28.03.2022. Abgerufen am 19.10.2026. bpb.de
  3. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Jugendschutzgesetz (JuSchG), § 14 Kennzeichnung von Filmen und Spielprogrammen. Abgerufen am 19.10.2026. gesetze-im-internet.de
  4. Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke): bke-Elternberatung. Abgerufen am 19.10.2026. bke-beratung.de