Sorgen · 10–18 Jahre

Mein Kind kifft: was Eltern jetzt tun können

Seit Cannabis für Erwachsene erlaubt ist, sind viele Eltern unsicher: Ist das jetzt halb so wild? Für Jugendliche unter 18 bleibt Cannabis verboten. Bei den meisten Jugendlichen ist das Kiffen eine vorübergehende Phase – trotzdem braucht dein Kind jetzt eine klare Haltung und ein offenes Ohr.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: BIÖG, Gesetzestext · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Unter 18 Cannabis verboten
  • Zuhause cannabisfreie Zone
Illustration: Gespräch
Illustration: Mamalotse

Schnell-Check

  1. Ruhe bewahren, klare Haltung zeigen.
  2. Im ruhigen Moment reden, nicht mitten im Streit.
  3. Hilfe holen, wenn du allein nicht weiterkommst.

Was das Gesetz sagt

Das Konsumcannabisgesetz verbietet unter anderem Besitz, Erwerb und Anbau von Cannabis. Ausnahmen gelten nur für Personen ab 18 Jahren. Für Minderjährige bleibt der Umgang mit Cannabis also verboten. Fällt ein Jugendlicher damit auf, informiert die Polizei die Eltern. Bei Hinweisen auf eine Gefährdung wird auch das Jugendamt informiert, das darauf hinwirkt, dass der Jugendliche an einem Frühinterventionsprogramm teilnimmt.

Wenn du es gerade entdeckt hast

  • Gefühle benennen, ohne Vorwürfe oder Beleidigungen: „Ich bin gerade enttäuscht und mache mir Sorgen.“
  • Bei starker Wut den Raum verlassen und das Thema später ansprechen.
  • Gefundene Utensilien sind ein Anlass für ein offenes Gespräch.

So führst du das Gespräch

  • Vorher informieren: Grundwissen reicht, Szene-Begriffe musst du nicht kennen.
  • Klare, begründete Haltung gegen den Konsum deines Kindes.
  • Ruhiger Moment, angenehmer Ort – nicht zwischen Tür und Angel.
  • Interesse zeigen: Was bewegt dein Kind? Warum kifft es?
  • Keine Moralpredigt: Lieber zum Nachdenken anregen, gemeinsam Ziele festlegen und aufschreiben.
  • Realistisch bleiben: Veränderung braucht Zeit. Auch weniger Konsum ist ein Fortschritt.

Regeln und Konsequenzen

Konsequenzen sind sinnvoll, körperliche Gewalt und Drohungen dagegen verschärfen die Lage. Leg das Zuhause als cannabisfreie Zone fest. Denkbar ist auch, Taschengeld zu kürzen, wenn davon Cannabis gekauft wird, oder Freiheiten wie häufiges Ausgehen zu überdenken. Lob positive Veränderungen.

Wo es Beratung gibt

Wenn du dich überfordert fühlst oder allein nicht weiterkommst, wende dich an eine Suchtberatungsstelle. Das zeigt Verantwortung, nicht Schwäche. Beratungsstellen vor Ort findest du im Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (dhs.de), online berät die digitale Suchtberatung DigiSucht. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

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Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), cannabispraevention.de: Wie verhalte ich mich, wenn mein Kind kifft? Abgerufen am 19.10.2026. cannabispraevention.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), cannabispraevention.de: Mein Kind kifft! Über Cannabis reden. Abgerufen am 19.10.2026. cannabispraevention.de
  3. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Konsumcannabisgesetz (KCanG), § 2 Umgang mit Cannabis. Abgerufen am 19.10.2026. gesetze-im-internet.de
  4. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Konsumcannabisgesetz (KCanG), § 7 Frühintervention bei Kindern und Jugendlichen. Abgerufen am 19.10.2026. gesetze-im-internet.de