Sorgen · 10–18 Jahre

Kind trinkt Alkohol: was Eltern tun können

Die erste Party, das erste Bier, vielleicht der erste Rausch: Spätestens mit 14 oder 15 wird Alkohol für viele Jugendliche ein Thema. Eltern haben mehr Einfluss, als sie oft glauben – durch Regeln, Gespräche und ihr eigenes Vorbild.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: BIÖG, Gesetzestext · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Unter 16 kein Alkohol
  • Spirituosen erst ab 18
Illustration: Glas
Illustration: Mamalotse

Wann du sofort Hilfe holst

Wenn dein Kind nach Alkohol nicht mehr ansprechbar ist oder du dir Sorgen um seinen Zustand machst: Ruf sofort die 112 an.

Exzessives Trinken kann in einer Alkoholvergiftung enden. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check

  1. Unter 16: keinen Alkohol dulden, auch nicht auf Partys zu Hause.
  2. Ab 16: gemeinsam Regeln festlegen – Häufigkeit, Menge, Anlass.
  3. Heimweg absprechen: nie bei jemandem einsteigen, der getrunken hat.

Was das Jugendschutzgesetz sagt

GetränkIn der Öffentlichkeit erlaubt
Bier, Wein, Sekt und Mischungen davonab 16 Jahren. Ab 14 in Begleitung einer sorgeberechtigten Person.
Andere alkoholische Getränke, etwa Schnaps und Alkopopserst ab 18 Jahren

Das Gesetz regelt die Abgabe und den Verzehr in Gaststätten, Geschäften und in der Öffentlichkeit. Das Jugendschutzgesetz kann dir im Gespräch als Argument dienen.

Was das BIÖG Eltern empfiehlt

  • Vorbild sein: Prüf ehrlich dein eigenes Trinkverhalten. Alkohol gehört an bestimmte Anlässe, alkoholfreie Getränke sind selbstverständlich.
  • Bis 16 Jahre keinen Alkoholkonsum dulden – auch nicht bei Partys zu Hause.
  • Ab 16 gemeinsam Regeln vereinbaren, auch was passiert, wenn sie gebrochen werden.
  • Sicheren Heimweg planen. Im Straßenverkehr gilt: kein Alkohol am Steuer und nie zu jemandem ins Auto, der getrunken hat.

So sprichst du mit deinem Kind

  • Eine entspannte Situation wählen, nicht anklagen.
  • Eigene Sorgen offen sagen und nach den Gründen deines Kindes fragen.
  • Die Risiken von Alkohol für Jugendliche erklären.
  • Den Kontakt auch bei Problemen nicht abreißen lassen.

Wenn dein Kind betrunken nach Hause kommt

Übergeh es nicht. Achte zuerst auf seinen Zustand – bei Warnzeichen wie oben die 112. Das Gespräch führst du am nächsten Tag, wenn alle nüchtern und ruhig sind. Gerade bei 14- und 15-Jährigen ist es wichtig, das Thema anzusprechen.

Wo es Beratung gibt

Bei Erziehungsfragen helfen Erziehungsberatungsstellen, bei Sorgen um den Konsum Suchtberatungsstellen vor Ort. Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch anonym. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Hier findest du Unterstützung

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de: So lernen Jugendliche den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. Stand: 20.06.2025. Abgerufen am 19.10.2026. kenn-dein-limit.de
  2. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Jugendschutzgesetz (JuSchG), § 9 Alkoholische Getränke. Abgerufen am 19.10.2026. gesetze-im-internet.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de
  4. Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke): bke-Elternberatung. Abgerufen am 19.10.2026. bke-beratung.de