Schwangerschaft

Fruchtwasseruntersuchung: Ablauf und Risiko

Eine Fruchtwasseruntersuchung kann klären, ob ein Kind eine Chromosomenabweichung wie eine Trisomie hat. Sie ist ein Eingriff mit einem kleinen Risiko – und immer freiwillig. Damit du entscheiden kannst, ob du sie möchtest, hilft es zu wissen, was dich erwartet.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde und Bundesinstitut · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Abstrakte Illustration: fallende Tropfen über einer ruhigen Wasserlinie
Illustration: Mamalotse

Nach dem Eingriff: wann du dich meldest

Melde dich sofort in der Praxis oder Klinik, wenn du nach der Untersuchung:

  • blutest oder Flüssigkeit aus der Scheide verlierst;
  • stärkere Schmerzen oder regelmäßige Wehen bekommst;
  • Fieber bekommst.

Ein leichtes Ziehen im Unterleib für einige Stunden bis Tage ist normal. Bist du Rhesus-negativ, sag das vor dem Eingriff, siehe Rhesus-negativ in der Schwangerschaft. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Ab der 16. Woche möglich. Untersucht werden Zellen des Kindes aus dem Fruchtwasser.
  2. Risiko: Je nach Quelle haben etwa 1 bis höchstens 10 von 1.000 Frauen danach eine Fehlgeburt.
  3. Freiwillig: Vorher wirst du beraten und willigst schriftlich ein. Du hast ein Recht auf Nichtwissen.

Was untersucht wird

Im Fruchtwasser schwimmen Zellen deines Kindes. Sie werden auf Anzahl und Bau der Chromosomen untersucht, zum Beispiel auf eine Trisomie 21. Möglich ist auch eine gezielte Untersuchung auf bestimmte Erbkrankheiten. Bei Verdacht auf eine Infektion kann das Fruchtwasser selbst untersucht werden, etwa auf Toxoplasmose oder CMV.

Mehr als 99 von 100 Frauen bekommen bei der Chromosomenanalyse ein korrektes Ergebnis. Selten ist der Befund unklar oder kann nicht ausgewertet werden.

Wann sie infrage kommt

Die Untersuchung ist ab der 16. Schwangerschaftswoche möglich. Meist wird sie angeboten, wenn ein anderer Test einen Hinweis ergeben hat – etwa das Ersttrimester-Screening oder der Bluttest auf Trisomien. Denn nur eine Untersuchung des Erbguts des Kindes kann eine Trisomie sicher bestätigen oder ausschließen.

Eine Alternative ab der 12. Woche ist die Untersuchung von Gewebe aus dem Mutterkuchen, die Chorionzottenbiopsie. Welcher Weg in deiner Situation passt, besprichst du in der Beratung.

Wie sie abläuft

Die Untersuchung findet ambulant in einer Praxis oder Klinik statt, die auf vorgeburtliche Diagnostik spezialisiert ist. Unter Ultraschallsicht führt die Ärztin eine dünne Hohlnadel durch Bauchdecke und Gebärmutterwand in die Fruchtblase und entnimmt etwas Fruchtwasser. Der Ultraschall zeigt dabei die ganze Zeit, wo Kind und Nadel sind.

Der Eingriff kann etwas wehtun, eine örtliche Betäubung ist meist nicht nötig. Danach kann es für einige Stunden oder Tage im Unterleib ziehen. In den ersten Tagen solltest du dich körperlich schonen; bei Bedarf kann dich die Ärztin krankschreiben.

Wie lange das Ergebnis dauert

Das vollständige Ergebnis liegt meist nach zwei bis drei Wochen vor. Ein Schnelltest (FISH-Test) kann nach etwa zwei Tagen Hinweise auf Trisomie 13, 18 und 21 und die Geschlechtschromosomen geben. Er ist weniger sicher, muss durch das vollständige Ergebnis bestätigt werden und wird meist selbst bezahlt.

Die Wartezeit ist für viele Paare schwer. Es ist in Ordnung, dir in dieser Zeit Unterstützung zu holen.

Das Risiko

Eine Verletzung des Kindes ist äußerst selten. Das wichtigste Risiko ist eine Fehlgeburt. Die Angaben dazu unterscheiden sich: Das IQWiG nennt etwa 1 bis 4 von 1.000 Frauen, familienplanung.de bis zu 10 von 1.000. Frag in der Beratung, mit welchem Risiko die Praxis rechnet und wie viel Erfahrung sie mit dem Eingriff hat.

Kosten und Beratung

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt, wenn die Untersuchung ärztlich begründet ist, etwa bei einem erhöhten Risiko für eine Trisomie. Den Schnelltest zahlst du meist selbst. Privat Versicherte fragen bei ihrer Versicherung nach.

Vor jeder vorgeburtlichen Untersuchung müssen dir Nutzen und Risiken erklärt werden, und du willigst schriftlich ein. Eine genetische Beratung klärt medizinische, psychische und soziale Fragen. Zusätzlich hast du Anspruch auf eine kostenfreie Beratung in einer Schwangerschaftsberatungsstelle – vor der Untersuchung und danach.

Du musst die Untersuchung nicht machen lassen. Auch nach einem auffälligen Vortest kannst du dich dagegen entscheiden. Beides ist in Ordnung.

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Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Die Fruchtwasser-Untersuchung (Amniozentese). Stand: 13.10.2023, geprüft 18.08.2026. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Bluttest auf Trisomien (nicht invasiver Pränataltest – NIPT). Aktualisiert am 21.09.2022. Abgerufen am 16.10.2026. gesundheitsinformation.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de