Kindergarten & Schule · 2–10 Jahre

Vorlesen: warum es Kindern so guttut

Zehn Minuten auf dem Sofa, ein Buch, zwei Köpfe dicht beieinander: Vorlesen ist eines der schönsten Rituale, die es gibt. Es schafft Nähe, fördert die Sprache und macht Lust aufs eigene Lesen. Und es muss nicht lange dauern – kurz ist besser als gar nicht.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: Stiftung für Leseförderung · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Grundregel lieber kurz als gar nicht
  • Auch für Schulkinder
Illustration: aufgeschlagenes Buch
Illustration: Mamalotse

Schnell-Check: heute Abend

  1. Ein Buch, zehn Minuten – zum Beispiel jeden Abend vor dem Schlafen.
  2. Dein Kind aussuchen lassen, auch wenn es zum fünften Mal dasselbe Buch ist.
  3. Spaß zuerst: Es gibt kein richtiges oder falsches Vorlesen.

Was Vorlesen bewirkt

  • Nähe: Vorlesen ist gemeinsame, ungeteilte Zeit.
  • Sprache: Kinder lernen neue Wörter und Satzmuster.
  • Fantasie und Konzentration: Geschichten öffnen Welten und laden zum Zuhören ein.
  • Lust aufs Lesen: Wer Geschichten liebt, will sie irgendwann selbst lesen. Das erleichtert auch den Übergang in die Schule.

Laut Stiftung Lesen lesen viele Eltern ihren Kindern zu selten vor. Dabei gilt: Lieber zu früh als zu spät anfangen – und lieber kurz als gar nicht.

Ein Vorleseritual finden

Ein fester Rahmen hilft, etwa die Gute-Nacht-Geschichte. So ein Ritual bringt die Familie zur Ruhe, baut Stress ab und erleichtert vielen Kindern das Einschlafen. Wie ein gutes Abendritual aussehen kann, steht auch in Kind schläft nicht allein.

  • Eigener Stil: Stimmen verstellen, Pausen machen, Bilder anschauen – jede Familie liest anders.
  • Mitreden lassen: Fragen, Vermutungen und Abschweifungen gehören dazu.
  • Bücher wählen lassen, nach Thema oder Format. Bibliotheken und Buchhandlungen helfen bei der Auswahl.

Weiter vorlesen, wenn dein Kind lesen kann

Lesen ist am Anfang anstrengend. Spaß macht es oft erst, wenn ein Kind flüssig liest – und dafür braucht es Übung. Halte das Vorleseritual deshalb auch in der Grundschule aufrecht. Ihr könnt euch abwechseln: eine Seite du, eine Seite dein Kind.

Für Leseanfänger können Comics, Zeitschriften oder Manga den Einstieg erleichtern. Wenn das Lesen trotz Übung sehr schwerfällt, ist tägliches kurzes Lesen von fünf bis zehn Minuten ohne Druck hilfreich – mehr dazu in Legasthenie und LRS.

Gut zu wissen

Kinder schauen sich viel bei den Großen ab. Wenn sie sehen, dass du selbst Bücher oder Zeitschriften liest, wird Lesen ganz selbstverständlich Teil des Alltags.

Wie sich Sprache in den ersten Jahren entwickelt, steht in Sprachentwicklung.

Weiterlesen

Quellen

  1. Stiftung Lesen: Pressemitteilung zum Internationalen Kinderbuchtag. Mainz, 01.04.2026. Abgerufen am 19.10.2026. stiftunglesen.de
  2. Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. (BVL): Legasthenie – Informationen für Eltern. 4. Auflage 2024. Abgerufen am 19.10.2026. familienportal.nrw