Kinderschutz · alle Altersstufen

Verdacht auf sexuellen Missbrauch: was du tun kannst

Ein ungutes Gefühl, eine Bemerkung des Kindes, eine Veränderung, die du dir nicht erklären kannst: Der Gedanke an sexuelle Gewalt ist schwer auszuhalten. Wichtig ist, ihn nicht wegzuschieben – und nicht überstürzt zu handeln. Du musst damit nicht allein bleiben.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: Bundesministerium, Unabhängige Bundesbeauftragte · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Beratung 0800 22 55 530, kostenlos, anonym
  • Akute Gefahr Jugendamt oder Polizei 110
Illustration: schützendes Schild
Illustration: Mamalotse

Wann du sofort Hilfe holst

Wenn ein Kind akut in Gefahr ist, wende dich sofort an das Jugendamt oder die Polizei unter 110. Bei Verletzungen wähle die 112.

Bei einem Verdacht, einem unguten Gefühl oder wenn du unsicher bist, berät dich das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch unter 0800 22 55 530 – kostenlos und anonym, auch mehrsprachig und in Gebärdensprache. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: wenn du dir Sorgen machst

  1. Ernst nehmen, was du beobachtest – und nicht überstürzt handeln.
  2. Erst beraten lassen, zum Beispiel beim Hilfe-Telefon oder einer Fachberatungsstelle.
  3. Zuhören und glauben, wenn ein Kind sich dir anvertraut.

Warum es so wichtig ist, hinzuschauen

Jedes Jahr werden Tausende Fälle angezeigt, die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher. Nach Schätzungen der Unabhängigen Bundesbeauftragten sind in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder von sexueller Gewalt betroffen. Täter sind meist Menschen, die das Kind kennt – aus der Familie, dem Bekanntenkreis, der Nachbarschaft, dem Sportverein oder der Betreuung.

Mögliche Hinweise

Es gibt keine eindeutigen Zeichen. Veränderungen können viele Gründe haben. Aufmerksam werden solltest du, wenn ein Kind sich zum Beispiel:

  • zurückzieht, sehr still wird oder plötzlich aggressiv;
  • sich schlecht konzentrieren kann oder schlecht schläft;
  • über Bauch- oder Kopfschmerzen klagt, für die es keine körperliche Erklärung gibt.

Wie du besonnen handelst

  • Hol dir Beratung, bevor du etwas unternimmst. Fachleute helfen, die Lage einzuschätzen und die nächsten Schritte zu planen.
  • Sprich mit anderen, die das Kind kennen, um ein klareres Bild zu bekommen.
  • Wenn sich ein Kind anvertraut: Hör aufmerksam zu und glaub ihm. Sag ihm, dass es richtig war, davon zu erzählen, und dass es keine Schuld hat.
  • Bei akuter Gefahr wende dich an Jugendamt oder Polizei.

Wo du Unterstützung findest

  • Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530, kostenlos und anonym, Montag, Mittwoch, Freitag 9 bis 14 Uhr, Dienstag und Donnerstag 15 bis 20 Uhr. Online-Beratung unter hilfe-telefon-missbrauch.online.
  • Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch (hilfe-portal-missbrauch.de) – Suche nach Beratungsstellen in deiner Nähe.
  • Kinder- und Jugendtelefon 116 111 – für Kinder selbst, Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr.
  • Elterntelefon 0800 111 0 550, kostenlos und anonym.

Was Kinder stärkt

Kinder, die Wörter für ihren Körper haben, die wissen, dass ihr Körper ihnen gehört und dass sie über alles reden dürfen, können sich leichter anvertrauen. Anregungen dazu stehen in Aufklärung im Grundschulalter und Doktorspiele im Kindergarten. Wie Übergriffe im Netz beginnen können, erklärt Cybergrooming.

Wenn du oder deine Kinder zu Hause bedroht werdet, findest du Hilfe in Häusliche Gewalt: Hilfe.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesfamilienministerium und Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern (UBSKM): Kampagne #NichtWegschieben, Flyer. 6. Auflage, November 2025. Abgerufen am 19.10.2026. bmbfsfj.bund.de
  2. Die Bundesregierung: Hilfsangebote für Betroffene von sexuellem Kindesmissbrauch. Archivseite vom 17.11.2021. Abgerufen am 19.10.2026. bundesregierung.de
  3. Nummer gegen Kummer e. V.: Elterntelefon und Kinder- und Jugendtelefon. Abgerufen am 19.10.2026. nummergegenkummer.de