Schulkind · 6–12 Jahre

Nachhilfe in der Grundschule: wann sie sinnvoll ist

Die Noten in Mathe rutschen ab, das Diktat war wieder schwer – und plötzlich steht die Frage im Raum: Braucht mein Kind Nachhilfe? Manchmal ist sie eine gute Hilfe. Manchmal steckt etwas anderes dahinter, das zuerst geklärt werden sollte.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: Gesetzestext, Staatsinstitut für Frühpädagogik · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Zuerst Ursachen klären
  • Lernförderung über Bildung und Teilhabe möglich
Illustration: Buch
Illustration: Mamalotse

Schnell-Check vor der Nachhilfe

  1. Gespräch mit der Lehrkraft: Wo genau hakt es?
  2. Ursache klären: Lücken, Konzentration, Lese- oder Rechenschwäche, Belastung?
  3. Förderangebote der Schule erfragen.

Zuerst die Ursache verstehen

Schlechte Noten können viele Gründe haben: verpasster Stoff nach einer Krankheit, fehlende Arbeitstechniken, Konzentrationsprobleme, eine Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche, Ängste oder Belastungen zu Hause. Nachhilfe hilft vor allem bei Lücken im Stoff. Steckt etwas anderes dahinter, braucht es andere Unterstützung – etwa eine Lerntherapie bei Legasthenie oder Dyskalkulie.

Alternativen zur Nachhilfe

  • Förderunterricht oder Lernzeiten an der Schule.
  • Hausaufgabenbetreuung im Ganztag.
  • Lernen zu Hause anders gestalten: kurze Einheiten, Bewegung, Lob für Anstrengung – mehr in Motivation stärken.
  • Schulpsychologie, wenn Ängste oder Konflikte eine Rolle spielen.

Worauf du bei Nachhilfe achten kannst

  • Passt die Chemie? Dein Kind sollte sich wohlfühlen.
  • Ziel vereinbaren: Was soll bis wann besser werden?
  • Absprache mit der Lehrkraft, damit Nachhilfe und Unterricht zusammenpassen.
  • Nicht zu viel: Freizeit und Hobbys bleiben wichtig.

Lernförderung über Bildung und Teilhabe

Familien mit geringem Einkommen können über Bildung und Teilhabe eine Lernförderung beantragen. Für Familien mit Bürgergeld regelt das § 28 SGB II: Die Lernförderung wird übernommen, wenn sie geeignet und zusätzlich erforderlich ist, um die wesentlichen Lernziele der Schule zu erreichen. Dass die Versetzung gefährdet ist, ist dafür ausdrücklich nicht nötig. Wer anspruchsberechtigt ist und wie der Antrag funktioniert, steht in Bildung und Teilhabe.

Gut zu wissen

Kinder spüren schnell, wenn Nachhilfe als Strafe gemeint ist. Erkläre deinem Kind, dass sie eine Unterstützung ist – so wie ein Trainer im Sport.

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Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: Sozialgesetzbuch II, § 28 Bedarfe für Bildung und Teilhabe. Abgerufen am 19.10.2026. gesetze-im-internet.de
  2. Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP), Familienhandbuch: Detlef Träbert, Wie können wir die Lernmotivation von Kindern fördern? Geändert am 27.06.2019. Abgerufen am 19.10.2026. familienhandbuch.de