Sorgen · 10–18 Jahre

Kind verletzt sich selbst: was Eltern tun können

Die Entdeckung trifft viele Eltern wie ein Schlag: Angst, Schreck, Wut, Hilflosigkeit. Selbstverletzung ist für viele Jugendliche ein – wenn auch schädlicher – Versuch, mit überwältigenden Gefühlen fertigzuwerden. Was dein Kind jetzt braucht, ist eine ruhige Reaktion und schnelle fachliche Hilfe.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: Fachportal der Kinder- und Jugendpsychiatrie · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Wichtig ruhig bleiben, nicht schimpfen
  • Zeitnah Kinder- und Jugendpsychiatrie
Illustration: schützendes Schild
Illustration: Mamalotse

Wann du sofort Hilfe holst

Ruf die 112 an, wenn eine Verletzung sofort ärztlich versorgt werden muss oder du nicht einschätzen kannst, wie schwer sie ist.

Wenn dein Kind davon spricht, nicht mehr leben zu wollen, oder du um sein Leben fürchtest, ruf ebenfalls die 112 an oder fahr in die nächste Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. In allen anderen Fällen: zeitnah einen Termin in einer kinder- und jugendpsychiatrischen oder psychotherapeutischen Praxis vereinbaren. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check

  1. Ruhig bleiben – auch wenn es schwerfällt.
  2. Erst nach den Gefühlen fragen, nicht nach dem Wie.
  3. Zeitnah Fachleute einschalten und dir selbst Unterstützung holen.

Woran du es merken kannst

  • Wiederkehrende Verletzungen, die dein Kind nicht erklären kann.
  • Lange Kleidung, auch beim Sport oder bei Wärme.
  • Rückzug von Freunden und Hobbys, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme.
  • Aussagen, dass dein Kind sich wertlos oder hoffnungslos fühlt – nimm sie ernst.

So reagierst du

  • Ruhig bleiben und die eigenen Gefühle so gut es geht im Griff behalten. Wenn du merkst, dass du gerade nicht ruhig sprechen kannst, verschieb das Gespräch kurz.
  • Erst um die Gefühle gehen: Was ist los, was belastet dich? Zeig Anteilnahme und Verständnis.
  • Ernst nehmen: Tu Selbstverletzung nicht als seltsame Angewohnheit oder Phase ab.
  • Mit deinem Kind arbeiten, nicht gegen es: Viele Jugendliche schämen sich und reagieren abwehrend. Kritik und Vorwürfe verstärken das.
  • Gemeinsam Hilfe suchen: Bei Verdacht zeitnah eine kinder- und jugendpsychiatrische oder psychotherapeutische Praxis aufsuchen, damit dein Kind schnell Unterstützung bekommt.

Und du?

Für Eltern ist diese Situation schwer auszuhalten. Hol dir selbst Rat und Unterstützung, zum Beispiel beim Elterntelefon oder in einer Erziehungsberatungsstelle. Du musst das nicht allein tragen.

Gut zu wissen

Selbstverletzung kann zusammen mit anderen seelischen Belastungen auftreten, etwa einer Depression. Mehr in Teenager zieht sich zurück.

Hier findest du Unterstützung

Weiterlesen

Quellen

  1. Neurologen und Psychiater im Netz (in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie): Selbstverletzendes Verhalten – Was können Eltern tun? Abgerufen am 19.10.2026. neurologen-und-psychiater-im-netz.org
  2. Neurologen und Psychiater im Netz (in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie): Selbstverletzendes Verhalten – Warnzeichen. Abgerufen am 19.10.2026. neurologen-und-psychiater-im-netz.org
  3. Neurologen und Psychiater im Netz (in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie): Suizidabsichten und Suizidversuch – Was können Eltern tun? Abgerufen am 19.10.2026. neurologen-und-psychiater-im-netz.org
  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de
  5. Nummer gegen Kummer e. V.: Elterntelefon und Kinder- und Jugendtelefon. Abgerufen am 19.10.2026. nummergegenkummer.de
  6. TelefonSeelsorge Deutschland: Kontakt. Abgerufen am 19.10.2026. telefonseelsorge.de