Baby
Keuchhusten beim Baby
Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektion, die bei größeren Kindern und Erwachsenen vor allem lange und quälend husten lässt. Für junge Babys ist sie gefährlich. Bei ihnen zeigt sie sich oft nicht als Husten, sondern als Atemaussetzer. Der beste Schutz beginnt schon in der Schwangerschaft.
- Lesezeit 4 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Notfall: Atemaussetzer
Ruf sofort die 112, wenn dein Baby:
- aufhört zu atmen oder Atempausen macht;
- sich blau oder grau verfärbt, vor allem um Mund und Lippen;
- nach einem Hustenanfall schlaff ist oder kaum reagiert.
Geh am selben Tag in die kinderärztliche Praxis, wenn:
- dein Baby anfallsartig hustet, nach Luft ringt oder nach dem Husten erbricht;
- es schlecht trinkt oder Fieber hat;
- jemand in eurem Umfeld Keuchhusten hat.
Ruf vorher in der Praxis an, damit andere Patienten geschützt werden können. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Bei Babys oft kein typischer Husten, sondern Atemaussetzer. Die meisten schweren Fälle betreffen Babys unter sechs Monaten.
- Impfung in der Schwangerschaft schützt dein Baby in den ersten Wochen.
- Impfung des Babys mit 2, 4 und 11 Monaten – möglichst pünktlich.
Was Keuchhusten ist
Keuchhusten, auch Pertussis genannt, wird durch Bakterien ausgelöst. Sie werden durch Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen, bis etwa einen Meter weit. Fast jeder enge Kontakt zwischen einem Erkrankten und einem ungeschützten Menschen führt zu einer Ansteckung. Ältere Geschwister, Eltern und Großeltern sind häufig die Überträger – oft ohne zu wissen, dass sie Keuchhusten haben, weil er bei Erwachsenen wie ein hartnäckiger Husten aussieht.
Wie er bei Babys verläuft
Bei größeren Kindern verläuft Keuchhusten typischerweise in drei Abschnitten: zuerst ein bis zwei Wochen wie eine Erkältung, dann vier bis sechs Wochen mit heftigen Hustenanfällen, oft nachts und mit Erbrechen, und schließlich eine lange Erholungsphase.
Bei jungen Babys sieht das oft anders aus. Bei ihnen stehen nicht selten Atemaussetzer im Vordergrund, der typische Husten kann fehlen. Diese Atemstillstände können lebensgefährlich sein. Babys unter sechs Monaten werden deshalb häufig im Krankenhaus überwacht. Fast alle Todesfälle betreffen junge, ungeimpfte Säuglinge.
Mögliche Komplikationen sind Lungenentzündung, Mittelohrentzündung und selten Krampfanfälle. Selten kann der Sauerstoffmangel bei Atemaussetzern bleibende Schäden hinterlassen.
Ansteckung und Behandlung
Erste Beschwerden zeigen sich meist 9 bis 10 Tage nach der Ansteckung, manchmal nach 6 oder erst nach 20 Tagen. Ansteckend sind Erkrankte schon kurz bevor sie krank wirken, am stärksten in der Erkältungsphase. Ohne Behandlung bleibt die Ansteckungsgefahr etwa drei Wochen nach Beginn des Hustens bestehen, Babys scheiden die Bakterien teils länger aus.
Keuchhusten wird mit Antibiotika behandelt, die die Ärztin auswählt. Sie verkürzen die Zeit, in der jemand ansteckend ist. Kontaktpersonen eines Babys bekommen oft ebenfalls vorsorglich ein Antibiotikum. Keuchhusten ist meldepflichtig, das Gesundheitsamt berät.
Der beste Schutz: Impfen
- In der Schwangerschaft: Die Impfung wird in jeder Schwangerschaft empfohlen, ab der 28. Woche, bei erhöhtem Frühgeburtsrisiko schon im zweiten Drittel. Sie soll dein Kind in den ersten Lebenswochen schützen, bevor es selbst geimpft werden kann. Mehr dazu in Impfungen in der Schwangerschaft.
- Beim Baby: drei Impfungen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten, möglichst pünktlich. Den ganzen Fahrplan findest du in Impfungen beim Baby.
- Im Umfeld: Enge Kontaktpersonen – Partner, Geschwister, Großeltern, Tagesmutter – sollten geimpft sein, wenn die letzte Keuchhusten-Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt. Am besten spätestens vier Wochen vor der Geburt.
Der Schutz nach einer Impfung hält etwa fünf bis sieben Jahre, nach einer überstandenen Erkrankung etwa 7 bis 20 Jahre. Deshalb sind Auffrischungen wichtig – auch bei Erwachsenen.
Kita und Geschwister
Wer Keuchhusten hat oder bei wem der Verdacht besteht, darf Kita oder Schule vorübergehend nicht besuchen und muss die Einrichtung informieren. Mit Antibiotika ist der Besuch in der Regel fünf Tage nach Beginn der Behandlung wieder möglich, ohne Behandlung frühestens drei Wochen nach Hustenbeginn. Hat ein Geschwisterkind Keuchhusten, sprich sofort mit der kinderärztlichen Praxis, wie du dein Baby schützt.
Wie du einen gewöhnlichen Infekt einordnest, steht in Schnupfen beim Baby. Eine andere Atemwegsinfektion, die Babys gefährlich werden kann, ist das RS-Virus.
Wie Keuchhusten bei älteren Kindern verläuft, steht in Keuchhusten beim Kind.
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Quellen
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Keuchhusten (Pertussis). Stand: 05.08.2025. Abgerufen am 16.10.2026. rki.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), infektionsschutz.de: Erregersteckbrief Keuchhusten. Letzte Änderung 01.04.2022. Abgerufen am 16.10.2026. infektionsschutz.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de