Kindergarten & Schule · 2–10 Jahre

Keuchhusten beim Kind: erkennen, behandeln, Babys schützen

Keuchhusten ist hoch ansteckend. Bei geimpften älteren Kindern zeigt er sich oft nur als hartnäckiger Husten, der nicht weggeht. Gefährlich wird er vor allem für Babys, die noch nicht ausreichend geschützt sind – deshalb lohnt es sich, ihn ernst zu nehmen.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: Robert Koch-Institut, Gesetz · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Inkubation meist 9–10 Tage
  • Husten über 14 Tage abklären lassen
Illustration: Hustenwellen, schematisch
Illustration: Mamalotse

Wann zur Kinderärztin oder in die Klinik

Geh in die Praxis – und ruf vorher an –, wenn dein Kind:

  • länger als 14 Tage hustet;
  • Hustenanfälle hat, nach denen es keuchend einatmet oder erbricht;
  • Kontakt zu einem Keuchhusten-Fall hatte und nun hustet;
  • in einem Haushalt mit einem Baby lebt und hustet.

Wähle die 112, wenn dein Kind bei einem Anfall blau wird oder nicht mehr richtig Luft bekommt – bei Babys auch bei Atempausen. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check

  1. Impfpass prüfen: Auffrischungen stehen mit 5 bis 6 und mit 9 bis 16 Jahren an.
  2. Babys schützen: Hustende Kinder möglichst von Säuglingen fernhalten.
  3. Kita oder Schule informieren, wenn Keuchhusten festgestellt wurde.

Wie Keuchhusten verläuft

PhaseDauerZeichen
Beginn1–2 Wochenwie eine Erkältung, leichter Husten, kaum Fieber
Anfallsphase4–6 WochenHustenanfälle, keuchendes Einatmen danach, oft Erbrechen von zähem Schleim, häufig nachts
Abklingen6–10 Wochendie Anfälle werden langsam weniger

Bei älteren und geimpften Kindern fehlen die typischen Anfälle oft. Dann bleibt nur ein langer, hartnäckiger Husten. Eine Impfung schließt Keuchhusten nicht völlig aus, weil der Schutz mit der Zeit nachlässt.

Ansteckung

Keuchhusten wird über Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Zwischen Ansteckung und Erkrankung liegen meist 9 bis 10 Tage, manchmal 6 bis 20. Ansteckend ist man am Ende dieser Zeit und vor allem in den ersten zwei Wochen der Erkrankung. Mit Antibiotika verkürzt sich die ansteckende Zeit deutlich.

Warum Babys besonders gefährdet sind

Säuglinge haben das höchste Risiko für schwere Verläufe, vor allem Lungenentzündungen. Bei ihnen zeigt sich Keuchhusten oft untypisch, etwa durch Atempausen. Fast alle Todesfälle betreffen ungeimpfte Babys unter sechs Monaten. Jugendliche und Erwachsene stecken Babys häufig an. Mehr in Keuchhusten beim Baby.

Diagnose und Behandlung

Bei Verdacht wird ein Abstrich im Labor untersucht. Wird Keuchhusten früh erkannt, verordnet die Praxis Antibiotika. Sie verkürzen vor allem die Zeit, in der dein Kind andere anstecken kann. Das Robert Koch-Institut empfiehlt, Erkrankte für fünf Tage nach Beginn der Behandlung zu isolieren.

Kita und Schule

Keuchhusten steht im Infektionsschutzgesetz. Dein Kind darf Kita oder Schule nicht besuchen, bis nach ärztlichem Urteil keine Ansteckung mehr zu befürchten ist, und du musst die Einrichtung informieren. Welche Impfungen in welchem Alter anstehen, steht in Impfungen für Kindergarten- und Schulkinder.

Weiterlesen

Quellen

  1. Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Keuchhusten (Pertussis). Stand: 05.08.2025. Abgerufen am 19.10.2026. rki.de
  2. Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 34 Gesundheitliche Anforderungen, Mitwirkungspflichten, Aufgaben des Gesundheitsamtes. Abgerufen am 19.10.2026. gesetze-im-internet.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), infektionsschutz.de: Tetanus-Impfung bei Kindern. Letzte Änderung: 19.02.2025. Abgerufen am 19.10.2026. infektionsschutz.de
  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de