Wochenbett

Gebärmuttersenkung nach der Geburt

Ein Druckgefühl nach unten, als würde etwas aus der Scheide rutschen: Nach der Geburt ist der Beckenboden oft geschwächt, und Organe wie die Gebärmutter können sich senken. Das ist unangenehm, aber häufig – und es wird in vielen Fällen von allein besser.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Beckenring mit markierter vorderer Verbindung
Illustration: Mamalotse

Wann du zur Frauenärztin gehst

Lass dich untersuchen, wenn:

  • das Druckgefühl stark ist oder über Wochen nicht besser wird;
  • du etwas in oder vor der Scheide tasten oder sehen kannst;
  • du Probleme hast, Blase oder Darm zu entleeren;

Bei starken Schmerzen, Fieber oder starker Blutung meldest du dich sofort. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Typisch: Druck nach unten Richtung Scheide, Ziehen im Unterleib, häufiger Harndrang.
  2. Oft wird es von allein besser – mit Schonung und Beckenbodentraining.
  3. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden: Frauenärztin. Möglich sind ein Pessar oder in schweren Fällen eine Operation.

Was eine Senkung ist

Der Beckenboden hält die Organe im Becken an ihrem Platz. In der Schwangerschaft machen die Hormone die Muskeln weicher, und das wachsende Gewicht des Kindes drückt auf das Gewebe. Bei der Geburt können Muskeln, Bindegewebe und Nerven verletzt werden. Danach ist der Beckenboden oft geschwächt, und Organe können in Richtung Scheide absinken – vor allem die Gebärmutter, manchmal auch Teile des Darms.

Die Anzeichen

  • ein Druckgefühl in Richtung Scheide,
  • ziehende Schmerzen im Unterleib,
  • Probleme beim Entleeren von Blase und Darm,
  • häufiger und starker Harndrang.

Ungewollter Urinverlust kann dazukommen, siehe Blasenschwäche nach der Geburt.

Was du selbst tun kannst

  • Schone dich in den ersten Wochen: nicht schwer heben, keinen anstrengenden Sport. Steigere die Belastung langsam.
  • Beuge Verstopfung vor – mit genug Flüssigkeit, Bewegung und ballaststoffreichem Essen. Starkes Pressen belastet den Beckenboden, siehe Verstopfung im Wochenbett.
  • Trainiere den Beckenboden mit einfachen Übungen. Ab wann, ist von Frau zu Frau verschieden – frag deine Hebamme oder Ärztin, siehe Beckenboden nach der Geburt.
  • Mach einen Rückbildungskurs. Er stärkt gezielt den Beckenboden, siehe Rückbildung.
  • Rauch nicht – auch das gehört zu den Empfehlungen von familienplanung.de.

Wie es weitergeht

In vielen Fällen bessert sich eine Senkung nach der Geburt von allein. Sind die Beschwerden stark oder halten sie an, geh zur Frauenärztin. Sie kann einschätzen, wie ausgeprägt die Senkung ist. Möglich ist dann zum Beispiel ein Pessar, ein Hilfsmittel, das in die Scheide eingeführt wird und die Gebärmutter stützt. In schweren Fällen ist eine Operation möglich.

Sprich die Beschwerden ruhig an, auch wenn es dir unangenehm ist. Viele Frauen haben nach einer Geburt ähnliche Probleme, und es gibt wirksame Hilfe.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Gebärmuttersenkung. Stand: 13.06.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Beckenboden. Stand: 13.06.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de