Schwangerschaft

Chlamydien in der Schwangerschaft

Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen – und merken lässt sich davon oft nichts. Deshalb wird zu Beginn jeder Schwangerschaft ein einfacher Urintest gemacht. Wird eine Infektion gefunden, lässt sie sich gut behandeln.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Röhrchen mit Füllstandsmarkierung neben einer Skala
Illustration: Mamalotse

Wann du dich meldest

Sprich mit deiner Frauenarztpraxis, wenn du:

  • klebrigen oder eitrigen Ausfluss bemerkst;
  • Schmerzen beim Wasserlassen hast;
  • nach einer Behandlung wieder Beschwerden bekommst.

Nach der Geburt: Geh mit deinem Baby in die Kinderarztpraxis, wenn

  • seine Augen eitern oder verklebt sind oder es hustet und schwer atmet.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Test für alle: Urintest zu Beginn der Schwangerschaft, bei erhöhtem Risiko noch einmal im letzten Drittel.
  2. Oft unbemerkt: Nur etwa 30 von 100 Frauen haben Beschwerden.
  3. Behandlung: Antibiotika – auch der Partner wird behandelt.

Wie häufig und woran erkennbar

Etwa 3 von 100 getesteten Schwangeren haben eine Chlamydien-Infektion. Die meisten merken nichts davon. Nur etwa 30 von 100 Frauen haben Beschwerden wie klebrigen oder eitrigen Ausfluss oder Schmerzen beim Wasserlassen.

Der Test

Zu Beginn der Schwangerschaft wird jede Schwangere im Rahmen der Vorsorge mit einem Urintest auf Chlamydien untersucht. Frauen mit erhöhtem Risiko – etwa mit wechselnden Partnern – können im letzten Drittel noch einmal getestet werden. Mehr zu den Vorsorgeuntersuchungen steht in Der Mutterpass. Außerhalb der Schwangerschaft wird Frauen unter 25 Jahren der Test einmal im Jahr angeboten.

Warum die Behandlung wichtig ist

Eine Chlamydien-Infektion kann in der Schwangerschaft das Risiko für eine Fehlgeburt, eine Frühgeburt, einen vorzeitigen Blasensprung und eine Entzündung der Eihäute erhöhen. Manche Babys haben ein niedrigeres Geburtsgewicht. Bei einer Geburt auf natürlichem Weg steckt sich etwa jedes zweite Baby an. Neugeborene können dann schwere Augen- oder Lungenentzündungen bekommen. Bei einem Kaiserschnitt ist das Risiko geringer.

Wie behandelt wird

Chlamydien werden zügig mit Antibiotika behandelt. Einige sind in der Schwangerschaft gut geeignet – deine Ärztin wählt das passende aus. Auch dein Partner muss behandelt werden, selbst wenn er keine Beschwerden hat. Sonst steckt ihr euch immer wieder gegenseitig an.

Vorbeugen

Kondome senken das Risiko einer Ansteckung, schützen aber nicht vollständig. Mehr zu Sex in dieser Zeit steht in Sex in der Schwangerschaft. Andere Infektionen in der Schwangerschaft: Herpes, B-Streptokokken und Hepatitis B. Verklebte Augen beim Neugeborenen haben meist harmlose Ursachen, siehe Verklebtes Auge beim Baby – abklären lassen solltest du eitrige Augen trotzdem.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Genitale Chlamydien-Infektion. Stand: 05.05.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de