Schwangerschaft

B-Streptokokken in der Schwangerschaft

Gegen Ende der Schwangerschaft wird dir vielleicht ein Abstrich auf B-Streptokokken angeboten. Diese Bakterien tragen viele Frauen in sich, ohne es zu merken. Für Neugeborene können sie gefährlich werden – selten, aber ernst. Ein positiver Befund lässt sich unter der Geburt gut behandeln.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: ein Schild mit Häkchen
Illustration: Mamalotse

Wann du sofort reagierst

Melde dich sofort in der Klinik, wenn:

  • du vor dem Termin Fieber bekommst;
  • die Fruchtblase platzt oder Wehen einsetzen und du positiv getestet bist – sag es gleich bei der Aufnahme;
  • vorzeitige Wehen einsetzen.

Nach der Geburt: Ruf sofort in der Kinderklinik oder unter 112 an, wenn dein Baby

  • Fieber hat oder sich kühl und schlapp anfühlt;
  • schlecht trinkt, schwer atmet oder kaum zu wecken ist.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Häufig und meist harmlos für dich: Bei etwa 16 von 100 Schwangeren lassen sich B-Streptokokken nachweisen.
  2. Abstrich in der 35. bis 37. Woche aus Scheide und After. Die Kasse zahlt nur in bestimmten Fällen.
  3. Bei positivem Befund: Antibiotikum in die Vene während der Geburt – nicht vorher.

Was B-Streptokokken sind

B-Streptokokken, kurz GBS, sind Bakterien, die zur normalen Besiedlung von Haut und Schleimhaut gehören. Bei etwa 16 von 100 Schwangeren lassen sie sich in Scheide oder Darm nachweisen. Die meisten Frauen merken davon nichts. Für Schwangere selbst sind sie meist harmlos, können aber zum Beispiel eine Blasenentzündung oder nach der Geburt eine Entzündung der Gebärmutter auslösen.

Warum sie für Babys wichtig sind

Dein Baby kann die Bakterien vor, während oder nach der Geburt aufnehmen. Viele Babys tragen sie dann einfach in sich, ohne krank zu werden. Sehr selten – bei deutlich weniger als einem von 100 Neugeborenen – kommt es zu einer schweren Infektion:

  • Früh einsetzend (in den ersten sechs Lebenstagen): Blutvergiftung, manchmal Lungen- oder Hirnhautentzündung.
  • Spät einsetzend (ab dem siebten Tag bis etwa zum dritten Lebensmonat): oft mit Fieber, manchmal mit Beteiligung von Hirnhaut oder Lunge.

Eine solche Infektion ist ernst. Bei einer Blutvergiftung sterben etwa 3 von 100 betroffenen Neugeborenen, bei Frühgeborenen deutlich mehr. Deshalb lohnt es sich, die Bakterien vor der Geburt zu kennen.

Der Abstrich

Getestet wird zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche mit einem Abstrich aus Scheide und After. Das ist kurz und schmerzlos. Der Test kostet etwa 30 Euro. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in bestimmten Fällen, etwa bei einem konkreten Verdacht auf eine Infektion. Bist du privat versichert, frag bei deiner Versicherung nach.

Fachleute sind sich nicht einig, ob alle Schwangeren getestet werden sollten oder nur die mit Risikofaktoren, etwa einer drohenden Frühgeburt oder hohem Fieber. Sprich mit deiner Frauenärztin, was in deiner Situation sinnvoll ist.

Wenn der Befund positiv ist

Du bekommst während der Geburt ein Antibiotikum über die Vene. So sinkt das Risiko, dass sich dein Baby ansteckt. Ein Antibiotikum schon vor der Geburt ist nicht sinnvoll: Die Bakterien lassen sich damit nicht vollständig beseitigen und kommen bis zur Geburt oft wieder.

  • Lass den Befund in den Mutterpass eintragen.
  • Sag ihn bei der Aufnahme in der Klinik gleich an – besonders bei einem Blasensprung, weil das Antibiotikum dann rechtzeitig laufen soll.
  • Planst du eine Geburt außerhalb der Klinik, besprich den Befund früh mit deiner Hebamme, siehe Geburtsort wählen.

Nach der Geburt

Eine spät einsetzende Infektion kann auch Wochen nach der Geburt auftreten, wenn alles gut gelaufen ist. Die Zeichen dafür stehen oben in der Box. Wie du Fieber bei einem Neugeborenen einordnest, erklärt Fieber beim Baby. Bei einem Baby in den ersten Lebensmonaten wartest du bei Fieber nicht ab.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Streptokokken (Gruppe-B-Streptokokken / GBS). Stand: 16.05.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de