Schwangerschaft

Windpocken in der Schwangerschaft

Die meisten Erwachsenen hatten Windpocken schon als Kind oder sind geimpft – dann bist du und dein Kind geschützt. Wer nicht geschützt ist, sollte in der Schwangerschaft aufpassen: Windpocken können der Schwangeren und dem Ungeborenen schaden, und kurz vor oder nach der Geburt sind sie für Neugeborene besonders gefährlich.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: verteilte kleine Flecken auf einer Hautfläche
Illustration: Mamalotse

Wann du sofort anrufst

Ruf sofort in deiner Frauenarztpraxis an, wenn du nicht sicher geschützt bist und:

  • Kontakt zu jemandem mit Windpocken oder Gürtelrose hattest;
  • einen juckenden Ausschlag mit Bläschen bekommst;
  • du kurz vor oder nach der Geburt Zeichen von Windpocken bemerkst.

Bei Windpocken mit Atemnot oder Husten sofort in die Klinik oder 112. Ruf vorher an, damit andere Schwangere geschützt werden. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Sehr selten: deutlich weniger als 1 von 100 Schwangeren erkrankt.
  2. Am gefährlichsten um die Geburt: Windpocken beim Neugeborenen können lebensbedrohlich sein.
  3. Gürtelrose ist für Schwangere und Ungeborene harmlos.

Das Risiko für dich

Erwachsene erkranken an Windpocken meist schwerer als Kinder. Die häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung. Seltener kommt es zu Entzündungen von Gehirn, Hirnhäuten, Nieren oder Herz. Windpocken in der Schwangerschaft sind aber sehr selten – sie betreffen deutlich weniger als eine von 100 Schwangeren.

Das Risiko für dein Kind

In den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft kann das Virus über die Plazenta zum Kind gelangen. Bei etwa 1 bis 2 von 100 Infektionen kommt es zu schweren Folgen, etwa Schäden an Augen, Nervensystem oder Gliedmaßen, Problemen im Darm oder Narben auf der Haut.

Besonders gefährlich sind Windpocken kurz vor oder nach der Geburt: Bei Neugeborenen verlaufen sie in etwa 30 von 100 Fällen tödlich. Bemerkst du in dieser Zeit Zeichen von Windpocken, melde dich sofort. Dein Baby kann dann vorbeugend Antikörper bekommen.

So schützt du dich

  • Geschützt bist du, wenn du Windpocken schon hattest oder geimpft bist. Das gilt dann auch für dein Kind.
  • Die Impfung erfolgt am besten vor der Schwangerschaft. In der Schwangerschaft darf nicht geimpft werden, siehe Impfungen in der Schwangerschaft.
  • Ohne Schutz meidest du Kontakt zu Menschen mit Windpocken oder Gürtelrose. Hast du ein älteres Kind, das Windpocken bekommt, sprich sofort mit deiner Praxis, siehe Windpocken beim Kind.

Wenn du erkrankt bist

Windpocken in der Schwangerschaft können mit einem Medikament gegen die Viren behandelt werden. Es ist für die Schwangerschaft nicht offiziell zugelassen, wird aber häufig eingesetzt. Hinweise auf eine Schädigung des Kindes gibt es laut familienplanung.de nicht. Ob und wie behandelt wird, entscheidet deine Ärztin.

Und Gürtelrose?

Gürtelrose wird vom selben Virus ausgelöst. Sie entsteht, wenn das Virus nach früheren Windpocken wieder aktiv wird – zum Beispiel bei Stress oder einer Erkältung. Für dich und dein Ungeborenes ist eine eigene Gürtelrose harmlos. Für andere ungeschützte Schwangere kann sie aber eine Ansteckungsquelle für Windpocken sein.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Windpocken und Gürtelrose. Stand: 20.05.2025, geprüft 20.04.2026. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de