Baby

Stuhlgang beim Baby: Farbe und Häufigkeit

Gelb, grün, braun, mehrmals täglich oder einmal in fünf Tagen: Beim Windelwechseln gibt es viel zu sehen – und viele Fragen. Die meisten Farben und Rhythmen sind völlig normal. Ein paar Farben sind aber ein Warnzeichen, das du kennen solltest.

Von Danny · Geprüft am 16.10.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Geprüft 16.10.2026
Schematische Darstellung: eine Windel von vorn
Illustration: Mamalotse

Wann du sofort in die Praxis gehst

Melde dich sofort in der Kinderarztpraxis, wenn der Stuhl deines Babys:

  • weiß oder auffällig hell ist – vergleiche mit der Stuhlfarbkarte im gelben Heft;
  • rot oder anders auffällig gefärbt ist – Färbungen durch Essen wie rote Bete ausgenommen.

Melde dich ebenfalls, wenn dein Baby

  • anhaltende Verdauungsbeschwerden oder eine Entzündung im Windelbereich hat.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: das Wesentliche

  1. Faustregel: fünfmal am Tag oder einmal alle fünf Tage – beides kann normal sein.
  2. Gelb, grünlich, lehmbraun sind normal. Mit Brei verändert sich die Farbe je nach Essen.
  3. Weißer oder roter Stuhl: sofort zur Kinderärztin. Die Stuhlfarbkarte steht im gelben Heft.

Die ersten Tage: Kindspech

Die ersten Stühle kommen einige Stunden bis zwei Tage nach der Geburt. Sie sind grünlich bis schwarz, zäh und enthalten Fruchtwasser, Darmzellen und Verdauungssäfte. Danach wird der Stuhl heller, siehe Kindspech.

Wenn du stillst

  • Farbe: gelblich, manchmal grünlich.
  • Konsistenz: breiig bis flüssig, manchmal schaumig.
  • Häufigkeit: in den ersten vier bis sechs Wochen oft bei fast jeder Mahlzeit, häufig drei volle Windeln am Tag und mehr. Später sind auch Pausen von drei bis vier Tagen möglich, ohne dass dein Baby verstopft ist.
  • Geruch: nicht unangenehm. Durchfall kommt bei gestillten Babys fast nie vor.

Mit Flaschennahrung

  • Farbe: hellgelb bis lehmbraun, manchmal dunkelgrün.
  • Konsistenz: breiig bis geformt.
  • Menge und Geruch: meist etwas mehr und kräftiger als bei gestillten Babys.

Mit Brei

Mit der Beikost wird der Stuhl fester, riecht intensiver und kommt meist ein- bis zweimal am Tag. Die Farbe richtet sich nach dem Essen: Spinat färbt grün, rote Bete rötlich. Das ist harmlos. Neigt dein Baby jetzt zu hartem Stuhl, siehe Verstopfung beim Baby.

Die Faustregel

Zur Häufigkeit gibt es eine einfache Regel: „Fünfmal am Tag oder einmal alle fünf Tage.“ Solange dein Baby gut gedeiht und oft nasse Windeln hat, musst du dir über den Stuhl meist keine Sorgen machen. Wie viele nasse Windeln normal sind, steht in Wie viel trinkt ein Baby?.

Die Stuhlfarbkarte im gelben Heft

Im gelben Kinderuntersuchungsheft findest du eine Stuhlfarbkarte. Vergleich die Farbe in den ersten Wochen damit. Ist der Stuhl weiß oder auffällig hell, gehst du sofort in die Praxis. Mehr zum Heft in U-Untersuchungen.

Was du nicht selbst gibst

Gib deinem Baby bei Verdauungsproblemen keine Medikamente oder Hausmittel auf eigene Faust. Auch Spezialnahrungen gegen Durchfall, Blähungen oder Verstopfung nur nach ärztlicher Rücksprache, siehe Pre-Nahrung oder 1er. Bei Durchfall lies Durchfall beim Baby.

Weiterlesen

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Verdauung bei Säuglingen. Stand: 30.11.2025. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de