Kleinkind
Ringelröteln beim Kind
Rote Wangen wie nach einer Ohrfeige, dann ein girlandenförmiger Ausschlag an Armen und Beinen: So sehen Ringelröteln typischerweise aus. Für die meisten Kinder ist die Krankheit harmlos. Für Schwangere ohne Schutz kann sie aber gefährlich sein – deshalb lohnt es sich, Bescheid zu wissen.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du ärztlichen Rat holst
Geh in die Kinderarztpraxis, wenn dein Kind:
- eine Blutkrankheit oder eine geschwächte Abwehr hat und Ringelröteln haben könnte;
- dein Kind ein sehr junges Baby (0 bis 3 Monate) ist und die Temperatur 38 Grad Celsius oder mehr beträgt;
- es sehr schlapp wirkt, nicht trinken will oder Hautverfärbungen auftreten – auch unter 38 Grad;
- es berührungsempfindlich ist, schrill schreit oder dir schwer krank vorkommt;
- das Fieber bei Babys und Kleinkindern bis zwei Jahre länger als einen Tag anhält, bei älteren Kindern länger als drei Tage.
Bist du schwanger und hattest Kontakt zu einem Kind mit Ringelröteln:
- Ruf zeitnah in deiner Frauenarztpraxis an, siehe Ringelröteln in der Schwangerschaft.
Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Typisch: schmetterlingsförmige Rötung auf beiden Wangen, ein bis zwei Tage später girlandenförmiger Ausschlag.
- Am ansteckendsten vor dem Ausschlag – mit dem Ausschlag sinkt die Ansteckung deutlich.
- Für Schwangere ohne Schutz gefährlich, vor allem bis zur 20. Woche.
Was Ringelröteln sind
Ringelröteln werden durch das Parvovirus B19 ausgelöst. Sie gehören zu den Kinderkrankheiten mit Ausschlag, haben aber trotz des Namens nichts mit Röteln zu tun. Oft verlaufen sie mild oder ganz unbemerkt. Am häufigsten erkranken Kinder im Kita-Alter, vor allem zwischen Spätwinter und Frühsommer. Wer Ringelröteln hatte, ist lebenslang geschützt.
Die Anzeichen
Viele Kinder haben gar keine oder nur leichte Beschwerden wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, Kopfschmerzen oder Unwohlsein. Der typische Ausschlag kommt etwa ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung:
- Zuerst eine große, schmetterlingsförmige Rötung auf beiden Wangen.
- Ein bis zwei Tage später rote Flecken an Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und Po. Sie verändern ihre Form und bilden später Girlanden oder Ringe.
- Nach etwa 7 bis 10 Tagen verblasst der Ausschlag. Durch Stress, Sonne oder andere Reize kann er noch einmal aufflammen.
Juckreiz ist selten. Manchmal kommt es vorübergehend zu Gelenkschmerzen, vor allem bei Mädchen und Frauen.
Ansteckung
Das Virus wird über Tröpfchen beim Niesen, Husten und Sprechen übertragen, über die Hände und über Gegenstände wie Türklinken oder Spielzeug – es ist in der Umgebung sehr widerstandsfähig. Am ansteckendsten ist dein Kind in den Tagen vor dem Ausschlag, wenn noch niemand weiß, dass es krank ist. Mit dem Ausschlag sinkt die Ansteckungsfähigkeit deutlich, endet aber nicht ganz. Auch Kinder ohne Beschwerden können ansteckend sein. Deshalb lässt sich Ringelröteln kaum vorbeugen. Wann dein Kind zurück in die Kita darf, steht in Kita nach Krankheit.
Wer aufpassen muss
- Schwangere ohne Schutz: Eine Ansteckung kann vor allem bis zur 20. Woche die Blutbildung des ungeborenen Kindes schwer schädigen. Hatte eine Schwangere Kontakt, sollte sie sich zeitnah bei ihrer Ärztin melden.
- Menschen mit Blutkrankheiten wie Thalassämie oder Sichelzellanämie und mit geschwächter Abwehr: Bei ihnen kann die Infektion eine gefährliche Blutarmut auslösen.
Sag in der Kita Bescheid, wenn dein Kind Ringelröteln hat. So können schwangere Erzieherinnen und Eltern gewarnt werden.
Was hilft
Eine Behandlung ist meist nicht nötig. Bei Fieber, Muskel- oder Gelenkschmerzen helfen Ruhe und Nähe. Fiebersenkende Mittel nur nach ärztlichem Rat. Ist die Haut trocken oder schuppig, tut Hautpflege gut. Eine Impfung gibt es nicht – regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife ist der beste Schutz.
Weiterlesen
- SchwangerschaftRingelröteln in der SchwangerschaftWarum Ringelröteln vor allem in der ersten Schwangerschaftshälfte zählen, was nach einem Kontakt passiert und wie du dich schützt.
- KleinkindNach Krankheit zurück in die KitaWelche Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz einen Kita-Besuch ausschließen, was du der Kita melden musst und ob ein Attest nötig ist.
Quellen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (heute BIÖG), infektionsschutz.de: Erregersteckbrief Ringelröteln. Stand: April 2018. Abgerufen am 16.10.2026. infektionsschutz.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de