Kinderkrankheiten · 1–10 Jahre
Mumps beim Kind: Anzeichen, Ansteckung und Kita
Mumps ist dank der Impfung selten geworden, kommt aber immer noch vor. Typisch sind geschwollene Wangen vor dem Ohr. Viele Kinder haben kaum Beschwerden – trotzdem ist die Krankheit ansteckend und meldepflichtig, und sie kann Komplikationen machen.
- Lesezeit 3 Minuten
- Inkubation meist 16–18 Tage
- Kita frühestens 5 Tage nach Krankheitsbeginn
Wann zur Kinderärztin oder in die Klinik
Ruf bei Verdacht auf Mumps zuerst in der Praxis an, damit andere im Wartezimmer geschützt werden. Sofort ärztliche Hilfe brauchst du, wenn dein Kind:
- starke Kopfschmerzen, einen steifen Nacken, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit hat;
- auffällig schläfrig oder verwirrt wirkt;
- über starke Bauchschmerzen klagt;
- plötzlich schlechter hört;
- bei Jungen ab der Pubertät: der Hoden anschwillt und schmerzt.
Nachts und am Wochenende hilft die 116117, im Notfall die 112. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check
- Impfpass prüfen: Die Ständige Impfkommission empfiehlt zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln – mit 11 bis 14 und mit 15 bis 23 Monaten.
- Kita informieren. Bei Mumps oder Verdacht darauf musst du die Einrichtung benachrichtigen.
- Zu Hause bleiben, bis die Ärztin grünes Licht gibt.
Woran du Mumps erkennst
Typisch ist eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse vor und unter dem Ohr, meist auf beiden Seiten, manchmal nur auf einer. Sie hält in der Regel drei bis acht Tage an. Vorher kann es einige Tage Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit geben.
Bei kleinen Kindern verläuft die Infektion oft unauffällig: Bei 30 bis 40 von 100 gibt es keine Krankheitszeichen, bei weiteren 40 bis 50 nur Erkältungsbeschwerden. Auch diese Kinder sind ansteckend.
Wie Mumps übertragen wird
Das Virus verbreitet sich vor allem über Tröpfchen und direkten Speichelkontakt, seltener über Gegenstände wie Becher oder Besteck. Zwischen Ansteckung und Erkrankung liegen meist 16 bis 18 Tage, manchmal 12 bis 25 Tage.
Mögliche Komplikationen
Am häufigsten ist eine Beteiligung von Hirnhäuten oder Gehirn: Eine Hirnhautentzündung tritt bei 1 bis 10 von 100 Erkrankten auf. Vorübergehende Hörstörungen kommen bei etwa 4 von 100 vor, bleibende Taubheit auf einem Ohr ist sehr selten. Bei Jungen und Männern nach der Pubertät entzündet sich in 15 bis 30 von 100 Fällen der Hoden. Deshalb gehört Mumps immer in ärztliche Hände.
Wie du dein Kind zu Hause unterstützt
- Ruhe und viel Zeit zum Schlafen.
- Weiche Kost – Kauen kann wehtun.
- Regelmäßig trinken lassen.
- Eigenes Geschirr und Handtuch und gründliches Händewaschen, um Geschwister zu schützen.
Gegen Fieber und Schmerzen sprich mit deiner Kinderarztpraxis, was für dein Kind passt.
Wann darf mein Kind wieder in die Kita?
Mumps gehört zu den Krankheiten, bei denen Kinder nach § 34 Infektionsschutzgesetz Kita und Schule nicht besuchen dürfen, bis nach ärztlichem Urteil keine Ansteckung mehr zu befürchten ist. Das Robert Koch-Institut nennt als Richtwert: wenn die Beschwerden abgeklungen sind, frühestens fünf Tage nach Krankheitsbeginn. Mehr zu den Regeln in Wieder in die Kita nach Krankheit.
Einen Überblick über weitere Kinderkrankheiten findest du in Kinderkrankheiten im Überblick.
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Quellen
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Mumps. Stand: 20.02.2023. Abgerufen am 18.10.2026. rki.de
- Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 34 Gesundheitliche Anforderungen, Mitwirkungspflichten, Aufgaben des Gesundheitsamtes. Abgerufen am 18.10.2026. gesetze-im-internet.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Infektionskrankheiten bei Kindern. Stand: 17.05.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 18.10.2026. 116117.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de