Schulkind · 5–12 Jahre

Kurzsichtigkeit beim Kind: erkennen und vorbeugen

Mit der Einschulung steigt das Risiko, kurzsichtig zu werden: Lesen, Schreiben und Bildschirme fordern die Augen auf kurze Entfernung. Die gute Nachricht: Zeit an der frischen Luft wirkt nachweislich vorbeugend. Und eine Kurzsichtigkeit, die früh erkannt wird, lässt sich gut ausgleichen.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: Stiftungen der Augen- und Kindermedizin, Bundesinstitut · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Vorbeugen täglich viel Zeit im Freien
  • Beim Lesen regelmäßig Pausen
Illustration: zwei Augen, schematisch
Illustration: Mamalotse

Wann zur Augenärztin

Lass die Augen deines Kindes untersuchen, wenn es:

  • beim Blick in die Ferne die Augen zusammenkneift;
  • Bücher oder Spielzeug sehr nah vor die Augen hält;
  • Personen oder Dinge in der Ferne später erkennt als andere Kinder;
  • falsch von der Tafel abschreibt, Zahlen oder Buchstaben verwechselt;
  • oft die Augen reibt oder über Kopfschmerzen klagt.

Die Kinderarztpraxis überweist bei Auffälligkeiten an eine augenärztliche Praxis. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check

  1. Raus ins Tageslicht: Schon 40 Minuten Spielen draußen am Tag senken das Risiko deutlich.
  2. Lesepausen: Nach etwa einer halben Stunde Nahsehen kurz in die Ferne schauen.
  3. Abstand halten: Buch oder Bildschirm nicht näher als etwa 30 Zentimeter.

Was bei Kurzsichtigkeit passiert

Wer kurzsichtig ist, sieht in der Nähe scharf, in der Ferne verschwommen. Der Grund: Der Augapfel ist zu lang gewachsen. Langes Fokussieren auf kurze Entfernung, etwa beim Lesen oder am Handy, kann dieses Längenwachstum begünstigen. Tageslicht bremst es.

Etwa jedes vierte Grundschulkind zwischen fünf und neun Jahren trägt eine Brille, und Fachleute beobachten, dass sich gerade Kurzsichtigkeit unter jungen Menschen weiter ausbreitet. Sind Eltern kurzsichtig, steigt das Risiko für das Kind.

Nicht unaufmerksam – sondern schlecht sehend?

Ein Kind, das die Tafel nicht richtig erkennt, wirkt schnell unkonzentriert. Die Stiftung Kindergesundheit warnt davor, ein Kind als unaufmerksam oder weniger begabt einzuschätzen, bevor seine Augen geprüft wurden. Mehr zu anderen Ursachen in Konzentrationsprobleme beim Kind.

Wie du vorbeugen kannst

  • Viel draußen sein: In einer Auswertung vieler Studien halbierten zwei Stunden Aktivität im Freien täglich das Auftreten von Kurzsichtigkeit ungefähr. Schatten unter Bäumen reicht dafür schon – es kommt auf die Zeit draußen an, nicht auf pralle Sonne.
  • Pausen beim Lesen und bei den Hausaufgaben.
  • Gutes Licht beim Lesen.
  • Bildschirme sparsam einsetzen.

Behandlung

Kurzsichtigkeit lässt sich nicht heilen, weil ein zu langer Augapfel nicht wieder schrumpft. Sie wird aber gut ausgeglichen, meist mit einer Brille. Um das Fortschreiten bei Kindern zu bremsen, gibt es inzwischen weitere Möglichkeiten, etwa spezielle Kontaktlinsen oder Augentropfen. Ob das für dein Kind infrage kommt, entscheidet die augenärztliche Praxis.

Eine Kurzsichtigkeit sollte möglichst früh behandelt werden. Sie kann das Lernen in der Schule erschweren und im Erwachsenenalter das Risiko für andere Augenerkrankungen erhöhen.

Gut zu wissen

Mit einer augenärztlichen Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse Brillengläser für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Ab 14 Jahren gibt es neue Gläser nur, wenn sich die Sehstärke um mehr als 0,5 Dioptrien verändert hat.

Weiterlesen

Quellen

  1. Stiftung Kindergesundheit: Kurzsichtigkeit – Kinderaugen brauchen mehr Sonnenlicht. Newsletter Oktober 2020. Abgerufen am 19.10.2026. kindergesundheit.de
  2. Stiftung Auge: Kinder und Kurzsichtigkeit. Pressemitteilung September 2020. Abgerufen am 19.10.2026. stiftung-auge.de
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Sehvermögen. Seitendatum: 13.03.2026. Abgerufen am 19.10.2026. kindergesundheit-info.de