Schwangerschaft
Eileiterschwangerschaft: Anzeichen und Hilfe
Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter ein, sondern im Eileiter. Sie kann nicht weiterwachsen und muss immer ärztlich behandelt werden. Die Anzeichen zu kennen ist wichtig – und genauso, dass die Gefühle danach Raum haben dürfen.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Notfall: sofort handeln
Ruf die 112, wenn du in der Frühschwangerschaft:
- plötzlich sehr starke Unterbauchschmerzen bekommst;
- dich schwindelig, schwach oder ohnmächtig fühlst, blass wirst oder Herzrasen hast;
- zusätzlich Schmerzen in der Schulter spürst.
Geh am selben Tag in die Frauenarztpraxis oder Klinik, wenn du
- einseitige Unterbauchschmerzen oder eine Schmierblutung hast, besonders etwa sechs bis sieben Wochen nach der letzten Periode.
Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- 1 bis 2 von 100 Schwangerschaften sind Eileiterschwangerschaften.
- Typisch: einseitige Unterbauchschmerzen und eine Schmierblutung einige Wochen nach der ausgebliebenen Periode.
- Immer ärztlich behandeln: Ein Riss des Eileiters ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
Was eine Eileiterschwangerschaft ist
Normalerweise wandert die befruchtete Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutter und nistet sich dort ein. Bei einer Eileiterschwangerschaft bleibt sie im Eileiter hängen. Dort hat sie keinen Platz zum Wachsen – eine solche Schwangerschaft kann nicht ausgetragen werden. Das betrifft etwa 1 bis 2 von 100 Schwangerschaften.
Woran du sie erkennen kannst
Am Anfang ist alles wie bei einer normalen Schwangerschaft: Die Periode bleibt aus, der Test ist positiv. Dann tritt oft eine leichte, verspätete Blutung auf, die manche für ihre Periode halten. Etwa sechs bis sieben Wochen nach der erwarteten Periode kommen häufig Schmerzen im Unterbauch dazu, meist auf einer Seite.
Wird der Eileiter zu sehr gedehnt, kann er reißen. Dann kommt es zu plötzlich sehr starken Schmerzen und einer Blutung in den Bauchraum. Der Kreislauf kann versagen. Auch Schulterschmerzen und Schluckauf sind möglich. Das ist ein Notfall – deshalb steht er oben in der Box.
Manchmal löst sich die Schwangerschaft auch von selbst auf. Dann bleibt oft nur eine Schmierblutung.
Wer ein höheres Risiko hat
- Frauen nach Operationen an Eileitern, Eierstöcken oder Gebärmutter, die zu Verwachsungen geführt haben,
- nach Infektionen wie Chlamydien oder Gonokokken, die Narben hinterlassen können,
- bei Endometriose,
- nach einer Kinderwunschbehandlung,
- selten bei liegender Spirale.
Vorbeugen lässt sich kaum. Infektionen der Scheide sollten aber rasch behandelt werden, damit sie nicht in die Eileiter aufsteigen. Du hast nichts falsch gemacht, wenn es dich trifft.
Wie es festgestellt und behandelt wird
Neben der Untersuchung wird ein Schwangerschaftshormon im Blut (ß-hCG) mehrfach gemessen. Wie es weitergeht, hängt davon ab, wie es dir geht und wie sich der Wert entwickelt:
- Abwarten unter Kontrolle: Sinkt der Wert stetig, löst sich die Schwangerschaft wahrscheinlich von selbst auf. Das ist bei etwa 30 von 100 Frauen der Fall.
- Medikament: Bei Beschwerden oder steigendem Wert kann ein Medikament die Schwangerschaft auflösen. Danach solltest du für etwa sechs Monate nicht schwanger werden – deine Ärztin bespricht das mit dir.
- Operation: Manchmal ist ein Eingriff nötig. Der Eileiter kann dabei nicht immer erhalten werden.
Wenn ein Eileiter entfernt werden muss, kann die Fruchtbarkeit eingeschränkt sein. Frag deine Ärztin, was das für dich bedeutet.
Die Gefühle danach
Auch wenn aus dieser Schwangerschaft nie ein Kind werden konnte: Viele Frauen empfinden Trauer, Schuld oder ein Gefühl von Verlust – oder Erleichterung und Erschöpfung zugleich. All das darf sein. Emotionale Fürsorge gehört zur Behandlung dazu. Bitte deine Ärztin um Unterstützung, wenn du sie brauchst.
Kostenfreie Beratung bekommst du auch bei Schwangerschaftsberatungsstellen. Wenn dich die Gefühle überrollen, erreichst du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Mehr zu Schutzfristen und Gefühlen nach einem Verlust steht in Schutzfrist nach einer Fehlgeburt und Ab wann ist die Schwangerschaft sicher?.
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Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Eileiterschwangerschaft (Extrauterin-Gravidität). Stand: 09.05.2025. Abgerufen am 16.10.2026. familienplanung.de
- TelefonSeelsorge Deutschland: Kontakt. Abgerufen am 16.10.2026. telefonseelsorge.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de