Kindergarten & Schule · 3–10 Jahre

Asthma beim Kind: Anzeichen, Behandlung und Alltag

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter – etwa 4 von 100 Kindern in Deutschland sind betroffen. Gut behandelt können die allermeisten Kinder ganz normal spielen, toben und Sport machen. Wichtig ist, die Zeichen früh zu erkennen und zu wissen, was im Ernstfall zu tun ist.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: IQWiG, Bundesinstitut · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 3 Minuten
  • Häufigkeit etwa 4 von 100 Kindern
  • Typisch Husten, oft nachts
Illustration: ruhige Atemwellen
Illustration: Mamalotse

Wann zur Kinderärztin oder in die Klinik

Wähle sofort die 112, wenn dein Kind:

  • schwere Atemnot hat, nach Luft ringt oder kaum sprechen kann;
  • bläuliche Lippen bekommt oder sehr blass ist;
  • trotz Notfallmedikament nicht besser atmet;
  • auffällig schläfrig oder kaum ansprechbar ist.

Zeitnah in die Praxis bei Husten, der vor allem nachts oder beim Toben auftritt, bei pfeifender Atmung und bei Infekten, die immer wieder auf die Bronchien gehen. Nachts hilft die 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check

  1. Beobachten und notieren: Wann hustet dein Kind, wann pfeift die Atmung – nachts, beim Rennen, bei Kälte, bei Infekten?
  2. Rauchfrei: Tabakrauch gehört zu den wichtigsten Auslösern, auch passiv.
  3. Notfallplan mit der Praxis besprechen und auch Kita oder Schule geben.

Woran du Asthma erkennst

Bei Kindern zeigt sich Asthma meist durch Husten und eine leicht pfeifende oder brummende Atmung. Die Beschwerden kommen oft anfallsartig, häufig nachts. Andere typische Zeichen fehlen bei Kindern anfangs oft noch. Ein Anfall kann von leicht erschwerter Atmung bis zu ernster Atemnot reichen.

Was Asthma auslösen kann

ArtBeispiele
AllergischPollen, Tiere, Hausstaubmilben, bestimmte Nahrungsbestandteile
ReizstoffeTabakrauch, kalte Luft, Parfüm, Abgase, Chemikalien
Nicht allergischAtemwegsinfekte, bestimmte Schmerzmittel, körperliche oder seelische Belastung

Häufiger betroffen sind Kinder aus Familien, in denen Asthma oder Allergien vorkommen, Kinder mit anderen allergischen Erkrankungen und Kinder rauchender Eltern. Jungen erkranken häufiger als Mädchen.

Wie Asthma festgestellt wird

Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Dazu kommen Lungenfunktionstests, etwa die Spirometrie oder eine Peak-Flow-Messung, bei Bedarf auch Allergietests.

Behandlung im Überblick

Es gibt zwei Gruppen von Medikamenten: schnell wirksame Bedarfsmittel für akute Beschwerden und lang wirksame Mittel, die bei stärkerem Asthma regelmäßig genommen werden. Welche dein Kind braucht und wie es sie anwendet, legt die Kinderarztpraxis fest. Auslöser zu meiden hilft zusätzlich, schützt aber nicht immer. Impfungen etwa gegen Grippe oder Pneumokokken können sinnvoll sein.

Gut zu wissen

In einer Asthmaschulung lernen Kinder und Eltern, wie Asthma entsteht, woran man einen beginnenden Anfall erkennt, wie man Auslöser meidet und was im Notfall zu tun ist. Frag in deiner Kinderarztpraxis danach.

Sport und Toben

Bewegung kann helfen, die Beschwerden unter Kontrolle zu halten. Sie ersetzt die Medikamente nicht, ist aber eine gute Ergänzung. Sprich mit der Praxis ab, was dein Kind vor dem Sport beachten soll, und informiere die Sportlehrkraft. Mehr zu Bewegung im Alltag in Wie viel Bewegung brauchen Kinder?.

Wenn die Beschwerden vor allem in der Pollenzeit kommen, lies auch Heuschnupfen beim Kind.

Weiterlesen

Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Asthma. Aktualisiert am 15.06.2022. Abgerufen am 19.10.2026. gesundheitsinformation.de
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Arztbesuch zwingend. Stand: 07.02.2026. Abgerufen am 18.10.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 19.10.2026. 116117.de