Schulkind & Jugend · 10–16 Jahre
Skoliose bei Kindern und Jugendlichen: erkennen und begleiten
Beim Schwimmbadbesuch fällt dir auf, dass eine Schulter höher steht als die andere. Oder die Kinderärztin bittet dein Kind bei der Vorsorge, sich nach vorn zu beugen. Eine Skoliose entsteht fast nur während des Wachstums – und meist ist sie leicht.
- Lesezeit 2 Minuten
- Betroffen etwa 2 von 100 Jugendlichen
- Meist leichte Form
Wann zur Kinderärztin
Lass den Rücken deines Kindes untersuchen, wenn dir auffällt:
- Schultern, Hüften oder Taille stehen ungleich hoch;
- beim Vorbeugen zeigt sich auf einer Seite ein Rippenbuckel;
- dein Kind hat anhaltende Rückenschmerzen.
Die Kinderarztpraxis überweist bei Bedarf in die Orthopädie. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check
- Hinschauen: Stehen die Schultern gleich hoch, ist die Taille auf beiden Seiten ähnlich?
- Vorbeugetest bei der Vorsorge ansprechen.
- Kontrollen einhalten: Bis zum Ende des Wachstums alle vier bis sechs Monate.
Was eine Skoliose ist
Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule seitlich verbogen und verdreht. Meist ist die Ursache unbekannt. Sie entsteht fast nur während des Wachstums, typischerweise zwischen etwa zehn Jahren und dem Wachstumsende. Etwa 2 von 100 Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren sind betroffen, Mädchen häufiger und häufiger stärker. Bei drei von vier Betroffenen ist die Verbiegung leicht.
Nicht durch schlechte Haltung
Eine Skoliose hat nichts mit schlechter Haltung zu tun, und es gibt keine bekannten Maßnahmen, um ihr vorzubeugen. Du musst dir also keine Vorwürfe machen. Bewegung tut dem Rücken trotzdem gut und unterstützt eine Behandlung – aufhalten kann sie eine Skoliose aber nicht.
Woran du sie erkennst
Eine Skoliose macht selten Beschwerden. Auffallen können ungleich hohe Schultern oder Hüften, eine ungleiche Taille und ein Rippenbuckel, wenn sich dein Kind nach vorn beugt. Die Ärztin untersucht den Rücken und veranlasst bei Verdacht ein Röntgenbild im Stehen. Darauf wird gemessen, wie stark die Wirbelsäule gekrümmt ist.
Wie es weitergeht
| Ausprägung | Übliches Vorgehen |
|---|---|
| leicht | beobachten, Kontrolle alle vier bis sechs Monate |
| mittel oder fortschreitend | Korsett bis zum Ende des Wachstums; Physiotherapie kann ergänzen, ihr Nutzen ist aber wenig belegt |
| sehr stark | Operation |
Wie schnell eine Skoliose fortschreitet, hängt auch davon ab, wie viel Wachstum noch bevorsteht. Für Chiropraktik und Elektrostimulation ist kein Nutzen belegt.
Gut zu wissen
Ein Korsett ist für viele Jugendliche eine Belastung. Sprich mit deinem Kind offen darüber, wie es sich damit fühlt, und hol dir bei Bedarf Unterstützung in der behandelnden Praxis oder in Selbsthilfegruppen.
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Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Skoliose im Jugendalter. Aktualisiert am 03.01.2024. Abgerufen am 19.10.2026. gesundheitsinformation.de