Baby
Pickel beim Baby: Neugeborenenakne und Milien
Kleine rote Pickel auf Wangen und Stirn, ausgerechnet in den Wochen der ersten Fotos: Neugeborenenakne ist häufig und in der Regel harmlos. Sie geht von selbst wieder weg und braucht vor allem eines – Zurückhaltung bei der Pflege.
- Lesezeit 3 Minuten
- Geprüft 16.10.2026
Wann du in die Praxis gehst
Lass die Haut kinderärztlich ansehen, wenn:
- dein Baby jünger als drei Monate ist und 38 Grad Celsius oder mehr hat;
- es sehr schlapp wirkt, nicht trinken will oder sich die Haut verfärbt – auch ohne Fieber;
- der Ausschlag zusammen mit Fieber auftritt;
- du dir nicht sicher bist, ob es wirklich Neugeborenenakne ist. Die Kinder- und Jugendärzte raten ohnehin, die Einordnung einmal ärztlich absichern zu lassen.
Ruf in deiner kinderärztlichen Praxis an. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei einem schlaffen, kaum ansprechbaren Kind sofort 112. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: das Wesentliche
- Einmal täglich mit warmem Wasser das Gesicht waschen – das reicht völlig.
- Nichts ausdrücken, nach dem Waschen nur abtupfen, nicht rubbeln.
- Keine fetten Cremes, Öle und keine Aknemittel im Gesicht.
Was hinter den Pickeln steckt
Neugeborenenakne zeigt sich meist in den ersten Lebenswochen als kleine Pickel auf Wangen, Nase und Stirn, ähnlich einer Akne im Jugendalter. Vermutlich reagieren besonders empfindliche Talgdrüsen auf Hormone, die das Baby von der Mutter mitbekommen hat und noch abbauen muss, sowie auf eigene Hormone. Jucken tut sie selten.
Vorbeugen kannst du nicht. In aller Regel verschwindet die Neugeborenenakne innerhalb von drei bis vier Monaten von selbst.
Auch manche Medikamente, die die Mutter nimmt – etwa Kortison oder jod- oder lithiumhaltige Arzneimittel –, können die Babyhaut beeinflussen. Erwähne sie deshalb in der Praxis, ebenso schwere Akne in der Familie.
Milien: die kleinen weißen Pünktchen
Davon zu unterscheiden sind Milien, auch Hautgrieß genannt: winzige weißliche Pünktchen, vor allem auf Nase und Wangen. Sie entstehen in den ersten Tagen nach der Geburt, wenn Talg- und Schweißdrüsen verstopfen, und verschwinden meist nach einigen Tagen bis Wochen von selbst. Auch sie werden nicht ausgedrückt, damit sich die Haut nicht entzündet.
Was die Haut jetzt braucht
- Warmes Wasser, mehr nicht. Mehrmals in der Woche kannst du zusätzlich eine milde, feuchtigkeitsspendende Seife verwenden.
- Sanft trocknen. Abtupfen statt rubbeln.
- Fett weglassen. Stark fetthaltige Cremes, Salben oder Öle gehören nicht aufs Gesicht.
- Keine Mittel gegen Akne. Auch rezeptfreie Aknemittel sind für Babyhaut nicht gedacht.
- Speichel und Milch abwischen. Beides kann die Haut zusätzlich reizen. Leg den Kopf auf eine trockene Mullwindel.
- Fingernägel kurz halten, damit dein Baby die Pickel nicht aufkratzt.
- Auf Waschmittel achten. Rückstände in frisch gewaschener Kleidung können die Haut zusätzlich belasten.
Was es sonst sein kann
Gelbliche, fettige Schuppen auf der Kopfhaut sind kein Akne-Thema, sondern Kopfgneis – siehe Milchschorf und Kopfgneis. Juckende, trockene, gerötete Stellen an Wangen oder Gelenken können auf eine Neurodermitis hinweisen, siehe Neurodermitis beim Baby. Und wenn auf hohes Fieber ein Ausschlag am Körper folgt, steckt eher eine Infektion dahinter, zum Beispiel das Drei-Tage-Fieber.
Wenn du unsicher bist
Neugeborenenakne erkennt die Kinderärztin am Hautbild meist auf einen Blick. Die U-Untersuchungen in den ersten Wochen sind ein guter Moment, die Frage zu stellen; in den ersten Tagen kann auch deine Hebamme die Haut ansehen.
Ein einzelner roter Fleck, der in den ersten Wochen wächst, kann ein Blutschwämmchen sein, siehe Blutschwamm beim Baby.
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Quellen
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de: Baby-Akne – regelmäßige sanfte Gesichtsreinigung mit warmem Wasser reicht aus. Meldung vom 27.11.2012. Abgerufen am 16.10.2026. kinderaerzte-im-netz.de
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de: Kann ein Baby „unreine Haut“ haben? Meldung vom 17.11.2003. Abgerufen am 16.10.2026. kinderaerzte-im-netz.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de: Fieber bei Babys und Kindern. Stand: 04.05.2026. Abgerufen am 16.10.2026. kindergesundheit-info.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 16.10.2026. 116117.de