Schulkind · 8–14 Jahre

Cybermobbing: wenn dein Kind betroffen ist

Ein bearbeitetes Foto in der Klassengruppe, hämische Kommentare, eine Gruppe, aus der dein Kind ausgeschlossen wird: Mobbing hört heute nicht am Schultor auf. Es geht über das Handy weiter, abends, am Wochenende. Wichtig ist, dass dein Kind weiß: Es ist nicht schuld, und es ist nicht allein.

Von Danny · Geprüft am 19.10.2026 · Quellen: Medieninitiative des Bundesfamilienministeriums · Orientierung, kein medizinischer Rat

  • Lesezeit 2 Minuten
  • Zuerst Beweise sichern
  • Kinder-Beratung 116 111
Illustration: Funkwellen, schematisch
Illustration: Mamalotse

Schnell-Check: wenn dein Kind gemobbt wird

  1. Zuhören und glauben – und sagen, dass es keine Schuld hat.
  2. Beweise sichern: Screenshots, Namen, Links, Datum.
  3. Nächste Schritte gemeinsam planen, nicht über den Kopf deines Kindes hinweg.

Woran du Cybermobbing erkennen kannst

Viele Kinder erzählen nicht von sich aus, dass sie gemobbt werden. Hinweise können sein:

  • dein Kind zieht sich zurück, erzählt weniger von der Schule, wirkt weniger fröhlich,
  • es meidet Handy oder Internet oder klappt das Gerät schnell zu, wenn jemand kommt,
  • es wirkt bedrückt, nachdem es aufs Handy geschaut hat,
  • es schläft schlecht, hat Kopf- oder Bauchschmerzen oder wenig Appetit,
  • die Noten werden schlechter, es kann sich schlechter konzentrieren,
  • es weicht Fragen zu diesen Veränderungen aus.

Verletzungen, kaputte Sachen oder fehlendes Geld können auf Mobbing außerhalb des Netzes hindeuten, mehr in Mobbing in der Grundschule.

Was du tun kannst

  1. Beweise sichern: Screenshots machen, Namen oder Nicknames notieren, Links zu Profilen und Beiträgen speichern.
  2. Löschen verlangen: Manchmal ist den Beteiligten gar nicht klar, wie sehr sie verletzen. Bitte sie, die Inhalte zu entfernen.
  3. Melden: Klappt das nicht, die Meldefunktion der Plattform nutzen und den Betreiber um Löschung bitten.
  4. Bei schweren Fällen: rechtliche Beratung einholen und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Besprich jeden Schritt vorher mit deinem Kind. Fühlt es sich übergangen, leidet das Vertrauen – und es erzählt dir beim nächsten Mal vielleicht nichts.

Wenn dein Kind mitgemacht hat

  • Gespräch suchen: Was steckt dahinter?
  • Perspektive wechseln: Wie fühlt sich das Kind, das gemobbt wird?
  • Mit anderen Eltern sprechen, um das Mobbing gemeinsam zu beenden.
  • Konsequenzen, wenn es weitergeht, etwa eine Pause vom Chat.

Hier gibt es Hilfe

  • Kinder- und Jugendtelefon 116 111, kostenlos und anonym – für dein Kind.
  • Elterntelefon 0800 111 0 550, kostenlos und anonym – für dich.
  • Schulpsychologie und Vertrauenslehrkräfte, mehr in Schulpsychologie.

Weiterlesen

Quellen

  1. SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht (Initiative von Bundesfamilienministerium, ARD, ZDF und AOK): Cybermobbing – ist mein Kind betroffen? 01.07.2018. Abgerufen am 19.10.2026. schau-hin.info
  2. Nummer gegen Kummer e. V.: Elterntelefon und Kinder- und Jugendtelefon. Abgerufen am 19.10.2026. nummergegenkummer.de