Schulkind · 6–17 Jahre
Zahnspange beim Kind: wann sie nötig ist und wie es abläuft
Bei der Zahnarztkontrolle fällt das Wort „Kieferorthopädie“: Die Zähne stehen schief oder der Biss passt nicht. Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland hat eine Zahn- oder Kieferfehlstellung. Nicht jede muss behandelt werden.
- Lesezeit 2 Minuten
- Meist behandelt mit 12 bis 16 Jahren
- Dauer oft 3 bis 4 Jahre mit Haltephase
Wann zur Zahnärztin
Sprich die Zähne deines Kindes in der Zahnarztpraxis an, wenn:
- die oberen Schneidezähne weit vorstehen oder Seitenzähne aneinander vorbeibeißen;
- du dir unsicher bist, ob Zähne und Biss richtig stehen.
Die Zahnärztin überweist bei Bedarf in eine kieferorthopädische Praxis. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check
- Regelmäßig zur Kontrolle – dort fallen Fehlstellungen früh auf.
- Behandlungsplan schriftlich geben lassen.
- Kosten vorher klären: Extras wie unauffällige Drähte zahlt ihr selbst.
Welche Fehlstellungen es gibt
Zu den häufigen Fehlstellungen gehören ein Überbiss, bei dem die oberen Schneidezähne weit über die unteren ragen, ein Unter- oder Vorbiss, ein offener Biss, bei dem sich die Zähne vorn nicht berühren, und ein Kreuzbiss. Es kann ein einzelner Zahn betroffen sein, mehrere Zähne oder die Stellung der Kiefer.
Wann eine Behandlung infrage kommt
Behandelt wird vor allem, wenn eine Fehlstellung ein bestimmtes Ausmaß überschreitet – zum Beispiel, wenn die oberen Schneidezähne um mehr als drei Millimeter über die unteren ragen oder Seitenzähne aneinander vorbeibeißen. Leichte Fehlstellungen werden manchmal aus ästhetischen Gründen behandelt. Ob Zahnspangen so oft nötig sind, wie sie derzeit empfohlen werden, ist allerdings nicht klar: Studien, die zeigen, wem sie spätere Probleme ersparen, fehlen.
Wann und wie lange
Meist wird zwischen 12 und 16 Jahren behandelt, wenn sich der Kiefer noch gut formen lässt. Manche Kinder werden früher behandelt, mit sechs bis acht Jahren. Es gibt herausnehmbare und festsitzende Zahnspangen, manchmal nacheinander. Die aktive Behandlung dauert etwa zwei Jahre. Danach folgt eine Haltephase, damit die Zähne nicht zurückwandern. Insgesamt dauert es oft drei bis vier Jahre.
Was die Krankenkasse übernimmt
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit einer deutlichen Fehlstellung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlung. Ihr zahlt zunächst einen Eigenanteil, den ihr zurückbekommt, wenn die Behandlung wie geplant abgeschlossen wird. Zusatzleistungen wie unauffällige Drähte oder farbige Brackets zahlt ihr selbst, ebenso eine Behandlung nur leichter Fehlstellungen.
Gut zu wissen
Bitte die kieferorthopädische Praxis um einen schriftlichen Behandlungsplan und frag nach, welche Leistungen die Kasse trägt und welche nicht. Wie die Vorsorge für Schulkinder aussieht, steht in Zahnvorsorge für Schulkinder.
Weiterlesen
- Schulkind · 5–13 JahreZahnwechsel beim Kind: Wackelzähne und neue ZähneWackelzahn, Sechsjahrmolar, Nachputzen: wann der Zahnwechsel beginnt, warum Milchzähne wichtig bleiben und wie Zähneputzen im Grundschulalter gelingt.
- Kita & Schule · 3–17 JahreZahnvorsorge für Schulkinder: was kostenlos istIndividualprophylaxe ab 6 Jahren, Versiegelung der Backenzähne, Gruppenprophylaxe in Kita und Schule: welche Zahnvorsorge Kinder bekommen und was sie kostet.
- KleinkindZahnunfall beim Kind: was tun?Was du tust, wenn dein Kind auf die Zähne gefallen ist: Zahn richtig aufbewahren, Blutung stillen, wann zur Zahnärztin – und warum auch Milchzähne zählen.
Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Zahn- und Kieferfehlstellungen. Aktualisiert am 24.01.2023. Abgerufen am 19.10.2026. gesundheitsinformation.de