Beschwerden
Kopfschmerzen in der Schwangerschaft
Kopfschmerzen sind besonders zu Beginn der Schwangerschaft häufig und haben meist die gleichen Ursachen wie sonst auch. Es gibt aber eine Regel, die es außerhalb der Schwangerschaft nicht gibt: Ab der 20. Woche werden Kopfschmerzen immer ärztlich angesehen.
Wann Kopfschmerzen ärztlich abgeklärt werden müssen
Sprich immer und möglichst bald mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn:
- du nach der 20. Schwangerschaftswoche Kopfschmerzen hast;
- die Kopfschmerzen sehr stark sind;
- sie nicht besser werden, obwohl du ein Schmerzmittel genommen hast;
- weitere Beschwerden dazukommen, zum Beispiel ein steifer Nacken oder Sehstörungen.
Sofort in die Klinik gehörst du, wenn die Kopfschmerzen sehr stark und plötzlich auftreten. Hintergrund dieser Regel ist die Präeklampsie, eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung, die vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte auftritt. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.
Schnell-Check: was zuerst hilft
- Trinken und essen. Zu wenig Flüssigkeit und ein zu langer Abstand zwischen Mahlzeiten sind die häufigsten Auslöser.
- Frische Luft und Dunkelheit. Zwanzig Minuten hinlegen, Fenster auf, Bildschirm aus.
- Nacken und Schultern lockern. Wärme oder eine kurze Selbstmassage – in der Schwangerschaft verändert sich die Körperhaltung, und der Nacken macht das mit.
Warum ausgerechnet jetzt?
Vor allem zu Beginn der Schwangerschaft klagen viele Frauen über Kopfschmerzen. Die Ursachen sind meist dieselben wie sonst: Flüssigkeitsmangel, Schlafmangel, Verspannungen, Stress, ein veränderter Koffeinkonsum. Die meisten Schwangeren kennen ihre Kopfschmerzen schon von früher und können deshalb gut einschätzen, was dahintersteckt.
Trotzdem sollten Kopfschmerzen in der Schwangerschaft nicht auf die leichte Schulter genommen werden. In der zweiten Schwangerschaftshälfte kann eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung wie eine Präeklampsie dahinterstecken – und die macht am Anfang oft keine anderen Beschwerden.
Die 20-Wochen-Regel
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit formuliert das eindeutig: Nach der 20. Schwangerschaftswoche sollten Frauen mit Kopfschmerzen immer und sofort mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Es soll ausgeschlossen werden, dass die Kopfschmerzen ein Anzeichen für eine Präeklampsie sind.
Das klingt streng für ein Symptom, das oft harmlos ist. Der Grund: Blutdruck und Eiweiß im Urin lassen sich in wenigen Minuten prüfen, und je früher eine Präeklampsie erkannt wird, desto besser lässt sie sich überwachen. Der Anruf kostet dich zehn Minuten.
Schmerzmittel
Welches Schmerzmittel in der Schwangerschaft für dich infrage kommt und in welcher Menge, besprichst du mit deiner Ärztin oder deiner Hebamme. Wir nennen hier bewusst keine Wirkstoffe und keine Dosierungen – das ist eine ärztliche Entscheidung, auch bei rezeptfreien Mitteln.
Wichtig für die Warnzeichen oben: Wenn du ein Schmerzmittel genommen hast und die Kopfschmerzen trotzdem bleiben, ist das kein Grund, noch eines zu nehmen, sondern ein Grund anzurufen.
Was im Alltag vorbeugt
- Feste Trinkzeiten. Eine Flasche in Sichtweite ist wirksamer als der Vorsatz, mehr zu trinken.
- Regelmäßig essen. Lange Pausen zwischen den Mahlzeiten lösen bei vielen Frauen Kopfschmerzen aus.
- Schlaf und Pausen. Erschöpfung senkt die Schmerzschwelle spürbar.
- Bildschirmpausen und Nackenwärme bei Verspannungskopfschmerz.
- Koffein nicht abrupt streichen. Ein plötzlicher Entzug macht selbst Kopfschmerzen; wie viel für dich in Ordnung ist, klärst du in der Praxis.
Wenn du unsicher bist
Zwischen den Vorsorgeterminen sind deine Hebamme und deine Frauenarztpraxis zuständig, außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Kommen Schwellungen an Händen oder im Gesicht dazu, lies Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft. Weitere Beschwerden sammeln wir unter Schwangerschaft.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Beschwerden in der Schwangerschaft – Kopfschmerzen. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de: Hoher Blutdruck – hypertensive Schwangerschaftserkrankungen. Abgerufen am 20.08.2026. familienplanung.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de