Kleinkind

Wenn das Füttern zum Problem wird

Bei Babys und Kleinkindern kann es zu Problemen beim Füttern kommen. Meist sind es vorübergehende Anpassungsprobleme. Manchmal halten sie sich aber hartnäckig – und dann gibt es konkrete Anzeichen, an denen du das festmachen kannst.

Von Danny · Geprüft am 20.08.2026 · Quellen: Bundesbehörde · Orientierung, kein medizinischer Rat

Schematische Darstellung: ein Löffel über einer Schale
Illustration: Mamalotse

Diese Anzeichen gehören in die Praxis

Sprich mit deiner Kinderärztin, wenn dein Kind:

  • ein extrem wählerisches oder provokantes Essverhalten zeigt;
  • das Essen ständig hochwürgt, ausspuckt, wiederkaut oder sich übergibt;
  • altersgerechtes Essen ablehnt – etwa im zweiten Lebensjahr nur noch püriertes Essen möchte und feste Nahrung verweigert;
  • ausgeprägte Unlust am Essen zeigt oder nie signalisiert, dass es Hunger hat;
  • nur bei extremer Ablenkung isst, beim Spielen oder beim Herumlaufen.

Wenn das Füttern Schwierigkeiten bereitet und dein Baby gleichzeitig über die Maßen schreit oder regelmäßig Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen hat, solltest du ebenfalls die kinderärztliche Praxis aufsuchen. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmachtsgefühl oder sehr starken Schmerzen sofort 112. Sonst in deiner Praxis oder im Kreißsaal anrufen; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Im Zweifel anrufen – lieber einmal zu viel.

Schnell-Check: erste Schritte

  1. Kein Druck, kein Zwang. Das ist der wichtigste einzelne Punkt.
  2. Am Familientisch mitessen lassen, so oft es geht, in angenehmer Atmosphäre.
  3. Signale abwarten. Warte, bis dein Kind sich dem Löffel zuwendet, und beende das Füttern, wenn es sich abwendet oder den Mund schließt.

Warum es sich lohnt, früh hinzusehen

Die meisten Fütterprobleme sind vorübergehende Anpassungsprobleme und lösen sich von selbst. Hartnäckige Verläufe haben aber eine unangenehme Eigenschaft: Sie verstärken sich gegenseitig. Ein Kind, das unter Druck isst, isst schlechter; Eltern, die Sorge haben, machen mehr Druck. Aus dieser Schleife kommt man leichter heraus, je früher man sie bemerkt.

Deshalb ist die Liste oben nützlicher als ein Gefühl: Sie beschreibt Beobachtungen, keine Bewertungen.

Was die BZgA als erste Schritte nennt

Was du dabei nicht tun musst

Du musst nicht selbst herausfinden, ob es sich um eine Fütterstörung im fachlichen Sinne handelt. Diese Einordnung gehört in die Praxis, und dort gibt es dafür Kriterien und, wenn nötig, spezialisierte Anlaufstellen. Deine Aufgabe ist es, zu beschreiben, was du beobachtest – möglichst konkret: seit wann, wie oft, in welchen Situationen.

Es hilft, ein paar Tage lang mitzuschreiben, bevor du zum Termin gehst. Das ersetzt die Erinnerung an einen schlechten Abend durch ein Bild über eine Woche.

Wenn du unsicher bist

Die kinderärztliche Praxis ist zuständig, und die U-Untersuchungen sind ein guter Anlass, das Thema anzusprechen. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Wenn dein Kind einfach nur wählerisch ist, hilft Kleinkind isst nicht. Für den Start in die feste Kost: Beikost starten.

Quellen

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Fütterstörungen beim Kind. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Fütterstörungen – erste Schritte heraus. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
  3. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de: Essprobleme bei Kindern. Abgerufen am 20.08.2026. kindergesundheit-info.de
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 und Abgrenzung zum Rettungsdienst 112. Abgerufen am 20.08.2026. 116117.de